RAG Militärmodellbau
und IG Militärmodellbau

Modellwelt Hamburg 2004


 

 

Eigentlich sind ja viele von der RAG Militärmodellbau mit einiger Skepsis zur Modellbaumesse nach Hamburg gefahren.Im Vorfeld musste doch so mancher Kampf mit dem Messemanagement ausgefochten werden. Ob es nun um materielle Unterstützung ging (die Herren erwarten, dass wir die Erde für das Gelände selbst kaufen), um ausreichend Parkmöglichkeiten oder anderweitigen Kleinkram.Zudem mussten sich vier Funkbetreiber die Zeit in der Halle 5 teilen, wobei die Messeleitung davon ausging, dass alle gleichzeitig fahren: Schiffe, U-Boote und Militärfahrzeuge. Da wäre das Chaos vorprogrammiert gewesen.

Na ja, haben wir dann ja doch noch alles in den Griff bekommen, obwohl die Zuteilung an Erde eher mickrig ausgefallen ist. Aber ich denke, wir haben unter Einbeziehung des Wasserbeckens und einiger Brücken doch ein passables Gelände hingezaubert.

Allerdings war die zur Verfügung stehende Zeit für den Fahrbetrieb alles andere als ausreichend. In jeweils einer dreiviertel Stunde konnten wir unmöglich alle Modelle, die uns zur Verfügung standen, ausführlich vorstellen. Das ging dann manchmal fast im Schnelldurchgang. An freies Fahren war meist überhaupt nicht zu denken. Schade.

Aber trotzdem, es hat allen Spaß gemacht, das Gelände war annehmbar und die Modelle haben die drei stressigen Tage weitgehend durchgehalten.

Wie lief das nun ab auf unserem Stand: Wir hatten eine Fläche von 17 x 28 Metern zur Verfügung. Drei Seiten konnten die Besucher bei den Vorführungen in Anspruch nehmen.

Kinder durften sich natürlich innen vor die Tische und die Gitter hocken. Zudem hatte die Messe nun endlich mal die Tribüne für das U-Boot-Becken doppelseitig aufgebaut, so dass auch hier Besucher unser Gelände einsehen konnten. War auch dringend nötig, weil der Andrang der Zuschauer ungeheuer war und bis zur letzten der 12 Vorführungen anhielt. Wir hatten extra an der langen Seite des Geländes keine Tische aufgestellt, damit die Sicht nicht behindert wurde.

Jede Vorführung begann mit erklärenden Worten unseres Moderators. Zunächst wurde der Verein vorgestellt, dann nacheinander in Aktion die Modelle. Die Moderation lief perfekt. Auf kleine Abweichungen oder Malheurs wurde sofort mit Witz reagiert.Danke Henning, super.

Zunächst wurden die Modelle im Maßstab 1:8 vorgestellt. 2 Waffenträger Wiesel 1 ( MK 20 und TOW) sowie ein San-Wiesel 2. Danach folgten der Spähpanzer Luchs und zwei Leopard 2 A4 und A6. Auf einem Podest wurden beide gleichzeitig vorgestellt, um so die augenscheinlichen Unterschiede der zwei Versionen darzustellen. Den Leoparden folgte ein Kpz Abrams, der ebenfalls munter seine Furchen zog. Nun zeigte der Bergeleo 3 Büffel, welche Fähigkeiten er hat und entlud und belud mit seinem Kran einen Lkw MAN, den er dann , nachdem er bewusst festgefahren worden war, abschleppte und vorne hochnahm.

 

Der MAN 15 to musste leider passiv bleiben, weil erst ein Getriebe repariert werden muss, bevor es ganz zerschrotet wird. Die Panzerhaubitze 2000 erschreckte trotz Vorwarnung manchen Besucher mit seiner Schieß- (Knall!) Vorführung und demonstrierte, dass sie trotz ihrer Größe sehr geländegängig ist. Der LARS musste leider dekorativ im Gelände herumstehen, weil wir die Frequenz an die „Kaiserliche Marine“ abgeben mussten. Schade, hätte auch einen guten Effekt ergeben. Ein Schützenpanzer Marder gab ein kurzes Gastspiel, weil sein Besitzer sich leider wieder dem Brötchenerwerb widmen musste. (Mit Arbeit kann man sich den ganzen Tag versauen!)

Ein Gast aus der RK Nienburg hatte einen MTW M 113 mitgebracht, der ebenfalls leichtfüssig das Gelände und alle Brücken meisterte.Über allem kreiste als weitere Neuheit ein Hubschrauber Bell UH 1D.

Wozu war noch das Wasserbecken aufgebaut? Ach ja, der Fuchs. Der TPZ Fuchs machte sich an zwei Tagen immer wieder das Fell nass und gewann auch jedes Mal das jenseitige Ufer. Allerdings trat er am dritten Tag in den Streik. Hat er beim Eintauchen in das Becken doch mal einen Schluck Wasser genommen? Wird sich bald herausstellen. Jedenfalls hatte er jetzt Pause.

Nun ging es weiter zum Maßtab 1:7. Hier brummten gleich zwei Schützenpanzer Bradley durch das Gelände (Gut geballert, Volker).

Diesen folgte der Unimog, der dank seiner hervorragenden Federung auch mal mit einigem Tempo durch das Gelände brausen konnte.Dann kam der Einsatz der Modelle im Maßtab 1:10. Hier konnten wir auch jeweils einen Leopard 2A4 und 2A5 vorstellen, von denen der A4 mit einem gewaltigen Bums und mächtiger Rauchentwicklung ballerte. Der Bergepanzer Standart zeigte im Gelände seine ausserordentliche Wendigkeit und Kraft und schob auch schon mal einige Berge Sand hin und her.

Im Anschluss daran begaben sich einige Modelle im Maßstab 1:16 in das Gelände. Das waren einige Tiger II, ein Sherman und ein Pershing. Machen im Verhältnis zu ihrer Größe ja einigen Lärm. Die Besitzer hatten eine wunderbar realistisch gebaute Fachwerkbrücke in das Gelände eingebaut, die natürlich auch benutzt wurde.Parallel dazu durchschwamm ganz krekel ein TPZ Fuchs im Maßstab 1:15 das Wasserbecken.

Zuletzt kam der Wummi ins Spiel: Unser Tiger I im Maßstab 1:5. Für den war - wie fast immer - unser Gelände zu klein. Hat natürlich einige Spuren hinterlassen. Imposant, das Teil.

Unabhängig von den Fahrzeiten konnte auf einem Tisch die ( bei der Industrie noch in der Entwicklung befindliche) Panzerbrücke 2 auf Leopard 2 Fahrgestell in der Vorführung bestaunt werden. Das Ding trägt ja drei Brückenteile und legt sie auch aus! Zumindest das Modell im Maßstab 1:10 kann das.

Auf den Tischen am Rande unseres Standes wurden ein paar im Bau befindliche Modelle vorgestellt. Da gab es eine Anzahl gut gebauter Modelle im Maßstab 1:35 und 1:16 zu sehen. Auf der anderen Tischreihe standen im Maßstab 1:8 der BergePz Standart, der Schützenpanzer Marder und der Lkw Oskosh. Ein Stückchen weiter präsentierten sich der Bergepz M 88 und der Leopard 2A4 im Maßstab 1:10.

Ja, es gab viel zu sehen. Und die Menschenmassen, die sich jeweils zur Vorführung und auch später an unserer Absperrung drängelten, bewiesen, dass das Interesse an doch häufig verächtlich angesehenen Militärmodellen ungebrochen ist. Oft gab es während der Vorführungen Szenenapplaus und zum Ende jeder Vorführung sowieso. Sehr ermutigend. Presse und Fernsehen waren mehrfach am Stand und konnten alles ungehindert aufnehmen.

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass die Modellwelt Hamburg bestehen bleibt. Die Besucherzahl von ca. 45 000 Besuchern ist ein Rückschritt gegenüber den vergangenen Jahren.Für uns als Militärmodellbauer ist die Zukunft auch etwas ungewiss, weil die Halle 5 von einem solventen Schiffsmodellbauverein übernommen wird, der sich an den Kosten beteiligt. Ob da noch Platz für uns sein wird, muss man sehen.

Trotzdem, dieses Jahr bei der Modellwelt Hamburg war trotz Anlaufschwierigkeiten für uns wieder ein großer Erfolg, den wir natürlich gern fortsetzen werden. Man wird sehen.

Klaus Wehler

 

Herzlichen Dank an Freddy und RoverLeo für die uns zur Verfügung gestellten Bilder.

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