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Baubericht Tiger II Wannenheck
Das Heck des Tiger II besteht aus einem riesigen Blech, in das sehr viele Öffnungen eingelassen sind. Diese Öffnungen sind alle mit abnehmbaren Deckeln aus Panzerstahl verschlossen. Die meisten der Öffnungen waren Serviceöffnungen (hieß früher garantiert anders), wie zum Bespiel zum Einstecken der Anlasserkurbel oder dem Anschluß für den Kühlwasseraustauscher oder zum Einstellen der Kettenspannung.Aber der Reihe nach:Zunächst einmal habe ich die das Heckblech überragenden Bleche der Seitenteile mit angepassten Formstücken auf die richtige Stärke gebracht.Dann ging es weiter damit, Zubehör anzufertigen.An die linke obere Ecke gehören ja zwei massive E-Haken, die bei Gebrauch beim Abschleppen zwischen Schäkel und Seil gehängt wurden. Vorsichtige Besatzungen ließen meist einen E-Haken an einem der vorderen Schäkel eingehängt, um das Seil schnell anbringen zu können. Ich habe die beiden Haken mit entsprechenden Bügeln und 2 mm Gewindestangen, auf die ich selbstgemachte Flügelmuttern schraubte, abnehmbar angebracht. Die E-Haken habe ich aus entsprechend dickem Aluminium gefeilt. Zwischen die beiden Hörner der E-Haken habe ich jeweils ein schmales Blech gesetzt. Das hatte den Sinn, das eingeklinkte Seil am Abrutschen zu hindern.In die rechte obere Ecke des Hecks setzte ich den Holzklotz, der als Unterlage für den Wagenheber diente. Selbstverständlich wurden die Seiten des Klotzes mit schmalen Metallbändern verstärkt, was beim Original das Auseinanderbrechen verhindern sollte.Der Klotz ist ja beim Tiger in vier an das Heckblech  angeschweißten Winkeln gelagert und mit einem Bügel gehalten. Hier habe ich ein wenig gemogelt. Ich habe die vier Winkel auf eine entsprechend große Messingplatte gelötet und diese Platte dann an das Heck geschraubt. Den Bügel habe ich - verrückt wie man ist - mit einem winzigen selbstgemachten Scharnier ebenfalls an die Messingplatte gelötet und auf der anderen Seite mit einem Riegel versehen. Muß nur noch ein kleines Vorhängeschloß dran.Nun ging es weiter an die Auspuffrohre. An die vorgesehene Stelle habe ich ordentlich große Löcher gebohrt.  Nun stand ich vor der Frage, wie ich die Auspuffkrümmer hinkriegen soll. Ich habe einfach beim Klempner eine Anleihe gemacht und zwei Kupferkrümmer genommen. Etwas zurechtgesägt und an das eine Ende einen viereckigen Flansch gelötet, mit dem der fertige Krümmer über die Auspufföffnung geschraubt wird. Nun kamen die nächsten zwei Prüfungen. Erst einmal musste ich den Krümmer auf den Durchmesser des Auspuffrohres reduzieren und dann das Auspuffrohr biegen. Den ersten Teil habe ich erledigt, indem ich das freie Ende des Krümmers vielfach eingesägt und auf den gewünschten Durchmesser zusammengetrieben habe. Die Lücken habe ich verlötet. Dann war einige Feilerei angesagt. Das Ergebnis war dann aber ein richtiger - dem Original entsprechender - birnenförmiger Krümmer. Obendrauf habe ich dann einen runden Flansch mit vier Bohrungen gelötet.Jetzt kam eine Arbeit, die ich nicht so gern mache: Das Biegen eines Messingrohres für das Auspuffrohr. Naja, nach einigen Versuchen hatte ich zwei annehmbare Auspuffrohre hingekriegt, ohne sie dauernd platt zu drücken. Jeweils an das untere Ende eines Rohres wurden ebenfalls runde Flansche mit Bohrungen gelötet. So wurden die Auspuffrohre wie beim Original auf die Krümmer geschraubt (Verrückt!). In die Auspuffenden wurden senkrecht dünne Plättchen geklebt, die wohl bei großen Tiger verhindern sollten, dass der böse Feind eine Handgranate hineinrollen lässt. Die fertigen Auspuffe wurden dann über die vorgesehenen Öffnungen im Heckblech geschraubt. Ich bin damit also in der Lage, bei Bedarf einen Rauchgenerator anzuschließen.Zum Schutz der Auspufföffnungen im Heckblech waren die Krümmer ja mit klotzigen Blenden geschützt. Diese Blenden hatte ich schon in gegossener Form vorliegen. Jede Blende wird mit sechs Schrauben am Heck angeschraubt. Ich habe das - wie beim Original - mit Stehbolzen gemacht. An den Seiten der Blenden waren je zwei Hörner angesetzt, an denen für die Montage die Kranhaken angesetzt wurden (gewaltiges Gewicht). Ich habe einfach zwei Nägel zurecht gefeilt, auf die richtige Läge geschnitten und in Löcher geklebt.An der rechten Blende unten ist eine bewegliche Röhre in Winkeln angesetzt. Habe ich entsprechend dem Vorbild nachgearbeitet. Ist natürlich auch abnehmbar gestaltet. Der Haltebolzen wird mit einen winzigen Haken an einer Kette gesichert. Die ganze Vorrichtung diente vermutlich zur Aufnahme des Warmwassertauschers.Nun waren zwei - auch für das Modell - ganz wichtige Öffnungen an der Reihe. Diese Öffnungen befinden sich links und rechts unterhalb der Auspuffblenden. Durch diese Öffnungen wurde die Kettenspannung vorgenommen. Und genau so habe ich es auch bei meinem Modell gemacht. Die Öffnungen werden mit Panzerdeckeln auf Stehbolzen verschlossen. Ich habe auf verschiedenen Bildern gesehen, dass hier teilweise Kronenmuttern verwendet wurden. Habe ich mir ebenfalls hergestellt. Nun zu dem wichtigen Teil hinter dem Deckel, dem Kettenspanner. Da ich auf meinem Modell ja Ketten aus Neusilber aufgezogen habe, kommt auf die Kettenspanner eine ganz schöne Arbeit zu. Allein das Gewicht einer Kette beträgt 2800 Gramm. Dazu kommen dann noch die Kräfte, die beim Fahren einwirken. Es musste also eine stabile Vorrichtung als Kettenspanner her. Habe ich selbst angefertigt. So kann ich die Ketten durch die vorgesehene Öffnung im Heck mit einem Schraubendreher spannen. Auf die Vorrichtung werde ich vielleicht später noch einmal in einem gesonderten Bericht eingehen.In der Mitte des Hecks unter den Auspuffblenden befindet sich ein großer runder Panzerdeckel mit einem kleinen Deckel darauf. Der große ist eine Serviceöffnung  zum Motorraum, der kleine verschließt die Öffnung für die Anlasserkurbel. Seitlich auf dem großen Deckel befinden sich noch zwei Bolzen. Vermutlich konnte da ein Hilfsgerät zum Anlassen von außen aufgesteckt werden oder die Zapfwelle des VW-Kübel (Die Arbeit mit einer Handkurbel muß Sträflingsarbeit gewesen sein.) Es gibt noch zwei weitere kleine Panzerdeckel, die angefertigt werden mussten. Unterhalb der linken Auspuffblende ein ovaler Deckel und unterhalb der rechten Auspuffblende ein runder Deckel. Für deren Funktion habe ich jetzt keine Erklärung. Unter dem mittigen großen Deckel war in Halterungen ein großer Wagenheber angebracht. Die Halterungen habe ich aus Messing hergestellt. Selbstverständlich wieder mit Scharnieren zum Öffnen der Halterung. Verschlossen werden die Halterungen mit selbstgemachten  2 mm Flügelmuttern. Den Wagenheber habe ich natürlich auch selbst gefertigt. Allerdings habe ich auf Funktionsfähigkeit verzichtet. Der Griff der Kurbel ist  abklappbar.Unterhalb des linken Deckels für den Kettenspanner ist ein Rückstrahler angebracht. Beim Original ist er mit einem angeschweißten Winkel angebracht. Habe ich wieder gemogelt und den Winkel angeschraubt.Oberhalb des linken Schmutzfängers (Zu diesen und den Seitenblechen gibt es später einen gesonderten kleinen Bericht) habe ich das Kolonnenfahrlicht angebracht. Bei den großen Panzern war das Kolonnenfahrlicht ja als Röhre mit vier Öffnungen ausgebildet. Habe ich ebenso gemacht. Die vier Leuchtöffnungen habe ich mit grüner Farbe versehen.Das war erst mal alles zum Tigerheck
Klaus Wehler



 
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