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BAUBERICHT VON GÜNTHER
MAYR
TIGER 1 AUSF. E FRÜHE AUSFÜHRUNG
M 1:5

Zu Beginn möchte ich mich gerne vorstellen. Mein Name ist Günther
Mayr, ich bin 34 Jahre alt und lebe mit meiner Frau und meiner Tochter in einem
Vorort von Salzburg. Ich habe Kfz Mechaniker gelernt und arbeite auch heute
noch in dem Beruf. Zwar nicht mehr in meinem Lehrbetrieb, sondern bei einem
gepanzerten Verband des österreichischen Bundesheer.
Modellbau betreibe ich, mit Unterbrechungen, seit früher Jugend. Mein
Interesse an der Panzerwaffe wurde erst so richtig geweckt, als ich mit den
„Dingern“ beim Bundesheer hautnah in Berührung kam.
Im Jahr 2002 lernte ich eine Kollegen eines anderen Verbandes
kennen, der unter seiner Werkbank zwei RC Modelle im Maßstab 1:10 stehen hatte.
Einen Panther und einen Tiger 1. Beide leider nicht funktionstüchtig. Irgendwie
war ich von diesen beiden Metallmodellen fasziniert. Ich kannte diese „Dinger“
und ich hatte auch mal einen Königstiger von TAMIYA, einen der Ersten, mit den
beiden Lenkkupplungen. Aber die zwei Metallmodelle da waren doch etwas anderes.
Über diese Art des Modellbaues musste ich mehr erfahren. Ich stürmte die
nächste Buchhandlung und kaufte mir ein Buch über Modellbau in
Ganzmetallbauweise. Beim Lesen und Betrachten der Bilder reifte zusehends der
Entschluss, auch ein solches Fahrzeug zu bauen. Nur welches???

Aufgrund meiner spärlichen Werkstattausrüstung kam nur ein
Fahrzeug mit einfacher Formgebung in Frage. Beim Durchblättern meiner
zahlreichen Bücher gefiel mir der Tiger ganz gut und ich hatte auch schon
einige Modelle im M 1:35 gebaut. Also sollte es der TIGER sein. Jetzt hatte ich
mein Fahrzeug. Nur welchen Maßstab
sollte ich verwenden? Da ich einen Benzinmotor mit hydraulischem Fahr- und
Lenkantrieb verwenden wollte, inspiriert von einem Baubericht aus dem Buch,
musste ausreichend Platz sein. Daher ein Maßstab ca. 1:6, 1:7, 1:8, oder eben
1:5. Da das umrechnen vom Maßstab 1:35 in 1:5 am einfachsten war, fiel meine
Wahl auf diesen Maßstab. Wie sich später herausstellte, ein großer Fehler. Dazu
an anderer Stelle mehr. Ich benutzte einen Modellbausatz aus meinem Bestand im
M 1:35 um die Masse abzunehmen.

Dann wurde es ernst. Im Februar 2003 habe ich die ersten Pläne
gezeichnet. Beim Zeichnen der Bauteile für Wanne und Turm berücksichtigte ich
auch gleich das Material.
Aus Gewichtsgründen wäre Aluminium natürlich optimal gewesen, da
ich aber keine Möglichkeit habe, Alu zu schweißen und mir Schraubverbindungen
in Aluminium nicht sicher genug erschienen, kam eben nur einfacher Stahl in
Frage.
Das Gewicht des fertigen Fahrzeugs schätzte ich zu diesem
Zeitpunkt auf ca. 200- 250kg. Mein Tiger sollte eine Selbsttragende
Konstruktion, ohne Innenversteifungen werden. Dem entsprechend stark und
verwindungssteif musste also die Wanne konstruiert werden. Für die untere
Wannenhälfte wählte ich 5mm, für die obere Hälfte 3mm Stahlblech. Für Turm,
Turmdrehteil und Aufnahme der Rohrwiege wählte ich wieder 5mm, für die Turmwand
wieder 3mm starkes Stahlblech. Nach etwa 2 Monaten hatte ich die wichtigsten
Teile, wie Wanne und Turm, Rohrwiege und Fahrwerksaufnahmen entsprechend der
gewählten Materialstärken Maßstabsgetreu gezeichnet. Zwischendurch machte ich
mir schon meine Gedanken über den Fahrwerksaufbau und die Leitradspannvorrichtung.
Mein größtes Problem daran – die Kette!
Wenn ich zu diesem Zeitpunkt über einen Internetanschluss verfügt
hätte, hätte ich bereits in diesem frühen Stadium der Planung bemerkt, dass es
zu Fahrzeugen im M 1:6 ganz gute und vor allem günstige Ketten fertig zu kaufen
gibt.
Als ich alle Zeichnungen fertig hatte besorgte ich mir das
Material und machte mich in der Schlosserei an die Arbeit. Zunächst habe ich
die einzelnen Teile sauber aufgerissen und mit dem Schneidbrenner so genau wie
möglich ausgeschnitten. Den Feinschliff erledigte ich am Schleifbock.
Anschließend nahm ich die wichtigsten Bohrungen für Laufwerk, Abgasanlage
Kettenspannvorrichtung usw. vor. Nachdem alle Teile sorgfältig bearbeitet
waren, habe ich die Wannenteile zuerst geheftet und dann in mehreren Schritten,
mit genügend Abkühlzeit verzugsfrei geschweißt. Die oberen Bugplatten und das
Wannendach habe ich so eingebaut, dass sie leicht abgeschraubt werden können.
Auf die gleiche Weise erstellte ich den Turm. Zuerst die vordere Abstufung
unter der Rohrwiege, anschließend die Rohrwiegenaufnahme.

Meine Vorstellung ist es, einmal mit Knallmunition ordentlich
Wirbel zu machen. Aus diesem Grund habe ich Rohrwiege und Aufnahme verstärkt
ausgelegt.
Jetzt baute ich Rohrwiege, Rohrrücklauf und Rohrblende ein. Der
Aufbau der Rohrwiege und des hinteren Geschützrohrteils lief folgendermaßen ab:
Die Rohrwiege baute ich mit einem Stück einfachen Eisenrohr, das als Führung
und Lagerung für einen „Rohrstummel“ dient. Als erstes entfernte ich die Schweißnaht
im inneren des Rohres. Anschließend wurden zwei Lagerachsen für die Rohrwiege
aus 15 mm Rundeisen abgeschnitten. Auf einer Seite der beiden Achsen setzte ich
M10 Gewinde ein. Die beiden Schrauben
die in diese Gewinde eingesetzt werden halten die ganze Konstruktion in der
Rohrwiegenaufnahme. Da die beiden M10 Schrauben nicht fest angeschraubt werden,
sondern nur locker anliegen, sicherte ich sie mit einer Klemmschraube die ich
etwa 10- 15 mm neben dem linken und rechten Achsenende anbrachte. Nun wurden
die Achsen in die Rohrwiegenaufnahme verschraubt die Geschützführung mittig
dazwischen gehalten und angeheftet. Aus einem Rechteckigen Abfallstück und zwei
Winkelprofilen mit etwa 15 cm Länge baute ich den Rohrrücklaufschlitten. Zu
diesem Zweck bohrte ich ein Loch vom Außendurchmesser des Führungsrohres.
Dieses setzte ich auf das Führungsrohr auf und im Rechten Winkel zur
Senkrechten befestigte ich dieses. Die beiden Winkelprofile wurden an den
unteren Ecken im Rechten Winkel zum Rechteck und parallel zueinander
angeheftet. Damit ich einmal mit Knallmunition schießen kann, habe ich den
hinteren Teil des Geschützes aus einem massiven Stück Eisenrohr gefertigt. Dies
aus dem Grund, damit der auftretende Gasdruck auch ausgehalten werden kann.
Länge etwa 250mm, Durchmesser außen 45mm und innen 20mm sind die Abmessungen
des „Rohrstummel“. Im vorderen Bereich wird der Rohrstummel auf einer Länge von
45mm auf einen Durchmesser von 35mm abgedreht, hier setze ich später das
eigentliche Geschützrohr auf und verschraube es miteinander. Das Geschützrohr,
Mündungsbremse und Geschützrohrblenden werden aus Aluminium gefertigt.

Am Rohrstummel habe ich ein passendes Metallstück, das mit einer
Bohrung im Durchmesser des Rohrstummels versehn ist, nicht ganz Bündig am
hinteren ende des Rohrstummels aufgesetzt. Ein weiteres Stück das zwischen die
Winkelprofile des Rohrschlitten passt und leicht dazwischen zu schieben geht,
im Rechten Winkel mit dem Rohrstummel verbunden. Nachdem ich diese Konstruktion
in alle möglichen beweglichen Richtungen auf leichte Gängigkeit getestet hab,
hab ich die Verbindungen fest miteinander verschweißt. Eine Zugfeder die
zwischen Rohrwiege und Geschützrohr eingehängt ist halt die beiden Teile
zusammen. Der Rohrrücklauf und Rohrvorholfeder benötigt noch einer Verbesserung
die später durchgeführt wird wenn eine Idee dafür verfügbar ist. Die
Rohrwiegenblende war jetzt nur noch ein Kinderspiel, ein passendes Stück Blech
zurecht geschnitten, gebogen, gebohrt aufgesetzt und verschweißt.
Als alles so funktionierte, wie ich es mir gedacht hatte, habe ich die Turmwand von
hinten, aus der Mitte, Stück für Stück nach vorne gebogen und verschweißt.
Danach habe ich eine Querstrebe im Bereich vom Knick des Turmdachs eingesetzt,
in dem Befestigungsgewinde für das Dach eingelassen sind.
Das Turmdach ist aus 1mm Blech zugeschnitten, eingepasst und mit 6
Stk. M6 Schrauben befestigt.
Bis hierher hat mich der Spaß 100,-€, unzählige schlaflose Nächte,
Stunden am Zeichenbrett oder in der Schlosserei und mächtig viele graue Haare
gekostet.
Aber es hatte sich gelohnt, denn Rohbau von Wanne und Turm standen
vor mir!
Nach einer kurzen Schaffenspause brachte ich die Durchbrüche für
Fahrer und Funkerluke in das Wannendach ein. Auch die Löcher für die
Kommandantenkuppel und die Ladeschützenluke habe ich eingeschnitten. Zu diesem
Zeitpunkt bekam ich einen wichtigen Hinweis von einem Kollegen, „Fotos machen!“
An dieser Stelle entstanden die ersten Fotos.
Die nun anstehenden Arbeiten waren relativ einfach. Ich habe die
Kettenabdeckungen angefertigt und angeschraubt. Die Lukendeckel für Fahrer und
Funker stellten auch kein Problem dar und waren, gebaut aus Resten vom 5mm
Stahlblech, schnell an Ort und Stelle. Bei der Mechanik für die Lukengelenke
orientierte ich mich am Original mit einer für mich umgeänderten
Modifikation. Beim echten
Panzerlukendeckel bewirkt der Federmechanismus ein leichgängiges Öffnen und
Schließen der Luke. Gut zu sehen im Buch von W. J. Spielberg. Dieses Buch ist
inzwischen arg in Mitleidenschaft geraten, weil ich mir viele gute Ideen darin
holte.
Ich baute die Feder allerdings so ein, dass ein Aufspringen des
Deckels während der Fahrt nicht möglich ist.
Die Ladeschützenluke entstand aus zwei Teilen, die ich innen
zusammengeschweißt habe damit die richtige Dicke erreicht werden konnte. Mit
Scharnieren habe ich sie am Rahmen befestigt.
Jetzt unterlief mir ein Fehler. Ich schweißte den Rahmen am
Turmdach in einem Durchgang, ohne Abkühlpausen an. Dadurch verformte sich das
Turmdach in ein Wellblechdach und war nicht mehr zu retten. Aus dem Fehler habe
ich gelernt und beim zweiten Durchgang habe ich genug Pausen gemacht. Nebenbei
habe ich die Trittschutzbügel aus Abfallstücken von Sperrriegel von Spinden,
für die Winkelspiegel gebogen und befestigt.
Als Herz in meiner
Katze dient ein 100ccm 2 Taktmotor einer
Motorsense, den ich von einem Bekannten bekommen habe. In welchem Bauabschnitt
genau ich es meiner „Katze“ eingesetzt habe, weiß ich leider nicht mehr genau.
Nach und nach baute ich die vorderen und hinteren Kotflügel. Auch
wenn der Bau nur Schrittweise vorwärts
ging, nahm mein Modell schon Gestalt an. Je nach dem, wo mir die Ideen kamen,
habe ich hier und da etwas verändert, verbessert, oder angebaut. Der
aufwändigste Bauabschnitt war sicher der gesamte Deckelbereich für Motor,
Kühler und die Tanks.

So viele Einzelteile, jedes in Einzelan- fertigung und
natürlich von Hand gebaut, das kostete Nerven und Zeit.
Damit mir bei so viel
Kleinkram nicht die Lust verging, habe ich aus alten Auspuff- gelenkstücken die
beiden Auspufftöpfe erarbeitet. Die Flammenvernichter habe ich zunächst
ver- gessen und die Schutz- bleche zunächst seiten- verkehrt montiert.
Als ich die
Auspufftöpfe mit dem Motor ver- bunden hatte, musste ich natürlich einen Testlauf
absolvieren. Wer könnte da schon widerstehen?
Der blaue Abgasqualm stieg
kerzengerade auf. Als ich diesen Fehler später ausbesserte und die
Flammenvernichter oben aufmontiert waren, war das Ergebnis bemerkenswert. Der
Abgasqualm wurde zwischen Schutzblech und Auspufftopf unter den Panzer geführt.
Ringsum qualmte es und meine „Katze“ stand im Bodennebel. Ein toller Anblick!
Für den Turmdrehkranz fand ich auf dem Schrottplatz ein
Schwungrad, welches ich mir an der Drehbank auf das benötigte Maß, einen Ring
von etwa 1,5cm Stärke, zurechtschnitzte. Dieses Teil habe ich in den
Turmdrehteil eingepasst und festgeheftet. Den Außendurchmesser des Drehkranzes
übertrug ich auf das Wannendach und schnitt die Öffnung hinein. Zur besseren
Stabilisierung schweißte ich innen eine 3mm Blechplatte ein.
Die Kommandantenkuppel entstand im Groben aus vier Teilen. Ein
Blechstreifen mit den Sehschlitzen, einem Ring aus Resten der 5mm Platte, einem
kleineren Blechstreifen und einem kleineren Drehteil, den ich im Schrott
gefunden habe und zufällig vom Durchmesser passte, auf dem in einem weiteren
Schritt der Lukendeckel mit Griff, Scharnier, und Deckelhalter montiert wurde.

Etwa zu diesem Zeitpunkt habe ich mal gewogen. 100kg das stolze
Gewicht! Die Grobarbeiten hatte ich abgeschlossen und ich ging an die
Feinarbeiten. Fertigstellen vom Kühlergitter, anfertigen der Abdeckungen für
die Kettenspanneröffnungen am Heck, eine Anhängerkupplung musste her,
Fahrersehschlitz aufbrechen und linke und rechte Fahrersehschlitzpanzerung aus
Alu geschnitten und verschraubt.
Für den Motor baute ich einen Abluftschacht, der die Motorwärme
durch das linke Kühlergitter nach oben ausbläst. Bei einem längeren Motorlauf
musste ich nämlich feststellen, dass es zu großer Stauwärmebildung im Inneren
gekommen ist.
Im März 2004 bekam ich einen Internetanschluss und begann nach
einer passenden Kette für meinen Tiger zu suchen
Die Fahrwerkskomponenten wie Federung, Laufräder, Radnaben,
Leitrad, Antriebsrad ect. Hatte ich schon zu Papier gebracht. Als
Einzelzeichnung und auch zusammen auf ein Blatt, um zu sehen, ob es so
funktionieren kann, wie ich es mir dachte. Auf dem Papier sah es ganz gut aus
aber die Kette machte mir Kopfzerbrechen. Ich suchte und suchte und nun wurde
der Maßstab 1:5 als Fehlgriff bemerkbar. Wie gesagt, eine Kette im M 1:6 wäre
kein Problem gewesen, aber 1:5 ist schwierig. Vor allem Kostenintensiv!
Der Turmstaukasten erwies sich als kniffelige Angelegenheit. Bei
meinen Vorlagenmodell ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen, dass er
verschiedene Radien aufweist. Es dauerte eine Weile und etliche Blatt Papier,
bis ich die Masse heraushatte. Für den Staukasten habe ich zunächst ein Modell
aus Karton gebaut, das ich mit Tesafilm zusammengeklebt habe, um festzustellen,
ob der Teil dahin passt, wohin ich ihn haben wollte. Als das der Fall war,
zerlegte ich den Karton in seine Einzelteile und benutzte sie als Schablone für
0,7mm Blech, aus dem ich dann den endgültigen Kasten fertigte.
Der Kasten hat keine Rückwand, weil ich ihn direkt am Turmheck
verschraubt habe und mir die Arbeit somit erspart blieb. Bandscharniere aus dem
Baumarkt, Deckel zugeschnitten, gebohrt, verschraubt, fertig.
Antrieb von Turmschwenkwerk und Turmhöhenrichtmaschine erfolgen
über zwei 24V Scheibenwischermotoren vom Schrottplatz, die ich jedoch nur mit
12V betreibe. Für das Schwenkwerk habe ich den Motor auf eine Konsole
geschraubt, damit er genau unter das Wannendach eingepasst werden konnte und
ausreichend Spiel zum Schwungrad vorhanden war.
Auf der Welle des Wischermotors befestigte ich ein passendes Starterritzel
welches nun in den Starterzahnkranz eingreifen kann. Mit einer
Spannungsversorgung von knapp 12V erreiche ich eine Umdrehungsgeschwindigkeit
des Turmes, von einer ganzen Umdrehung in etwa 60 Sek. Das soll ja auch beim
Original bei der schnellsten Richtgeschwindigkeit in etwa erreicht worden sein.
Für die Höhenrichtmaschine der Kanone habe ich den zweiten
Wischermotor ebenfalls auf eine Konsole geschraubt und innen im Turm
verschraubt. Als mechanisches Übertragungselement vom Wischermotor auf die Rohrwiege
dient mir eine auf die passende Länge gekürzte Fahrradkette und zwei
Fahrradkettenritzel. Das kleinere der Ritzel lötete ich auf ein Messingrad,
welches auf dem Wischermotor verschraubt ist. Ein Ritzel, das vom Durchmesser
eben noch Platz in der Rohrwiegenaufnahme hat, wurde auf die Rohrwiege
montiert. Die Kette wird über einen Kettenspanner gespannt, dessen Ritzel vom
Kettenwerfer einer Fahrradschaltung stammt.

Damit der Turm leichtgängig auf der
Wanne dreht, baute ich sechs Kunststoffgleitsteine zwischen Wanne und Turm, die
normalerweise in der KFZ Technik verbaut sind und mir per Zufall aus dem Abfall
entgegenkamen. Zur weiteren Detaillierung schraubte ich einen Kugelfang aus
Aluminium vor den Sehschlitz des Panzerfahrers auf die obere Bugplatte. Den
unteren, fest verschraubten und den oberen, beweglichen Verschlussteil vom
Sehschlitz baute ich aus Messing. Den beweglichen Teil will ich später per
Servomotor öffnen uns schließen können. Von Hand ist das jetzt schon möglich.

Aus Abfallstücken entstanden eine Werkzeugkistenablage am linken
und eine Wagenheberhalterung am rechten Wannenheck. Danach entstand die
Notausstiegsluke an der rechten Turmseite. Am Anfang, wie üblich, erstmal auf
Papier. Später aus Resten des 5mm
Stahlblech. Da Aufgrund des Turmwandradius der Lukendeckel sehr dick sein
musste, kam das gelegen. Eine Platte mit dem richtigen Durchmesser, ein Ring,
innen aufgedoppelt, die linke und rechte Seite des Deckels nach Vorlage mit der
Feile bearbeitet, ein Scharnier auf die gleiche Art angefertigt und
aufgeschweißt. Fertig ist die Luke.
Die Öffnung in der Turmwand habe ich mit einem Metallstreifen, ca.
3mm dick und zu einem Ring gebogen, verstärkt und die Luke verschraubt. Zur
Fixierung dient ein einfacher Riegel, der durch die Ladeschützenluke zu
betätigen ist.
Eine Gasfeder, die ich im Kfz Zubehör gekauft habe, baute ich zur
Dämpfung der auf- und ab- Bewegung des Geschützrohrs ein. Zur Verbesserung des
Rohrvorholsystems baute ich eine stärkere Feder seitlich am Rohrschlitten an.
Nun folgte ein, wie ich denke für jeden Panzermodellbauer,
komplizierter Bauabschnitt. Das Laufwerk.
Begonnen
habe ich, indem ich eine Laufradschwinge samt
Lagerelement angefertigt habe. Die Schwinge stellte ich aus drei
Einzelteilen
zusammen. Die beiden Lagerzapfen, aus Drehstahl,sind auf den
Schwingenarm, derzeit noch aus Aluminium, gepresst und verschraubt.
Gelagert ist die
Schwinge in einer Messingbuchse, die in einen Alublock gepresst und auf
das
richtige Innenmaß aufgerieben ist. Gehalten wird die Schwinge mit
einem
Sicherungsring. Das Federelement ist ein Drehstab, der wie beim
Original, an
der gegenüberliegenden Wagenseite verschraubt ist. Nach meinen
Berechnungen
müsste ein Drehstab mit 9mm Durchmesser für ein Gesamtgewicht
von 220-250 Kg
ausreichend sein. Eine Änderung, die ich auf alle Fälle noch
durchführen werde,
ist einen über die gesamte Wagenlänge reichenden Alublock,
für die
Schwingenlagerung einzubauen.
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Bei der Konstruktion und der Zeichnung der Kettenspannvorrichtung
habe ich mich wieder am Original orientiert. Als Lagerelemente dienen 2
Drehteile, die von innen durch die untere Wannenwand miteinander verschraubt
sind. In diese habe ich wieder je 1 Messingbuchse eingepresst und aufgerieben.
Da die Leitradkurbeln noch nicht verfügbar sind, habe ich ein passendes
Rundmaterial von 20 mm Durchmesser für den Aufbau der Spannvorrichtung
genommen.
Ein Bekannter von mir dreht die Leitradkurbel in einem Stück als
Exzenter. Auf die Lagerwellen, die in den Panzer reichen, sitzen Distanzhülsen,
die den Abstand zwischen innerer Lagerhälfte und Spannhebel gewährleisten. Der
Spannhebel wird auf der Leitradkurbel verschraubt. Die Spindel zum Spannen der
Kette stützt sich am inneren Wannenheck ab. Über den Gewindebolzen im
Spannhebel lässt sich die Kette später von außen mit einem 6mm Inbus spannen.
Der Inbus wird durch Abdeckplatten, wie beim Original abgedeckt. Das ist der
momentane Stand der Dinge.
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Die Lösung meines Problems mit der Kette ist dank Herrn Wehler in
greifbare Nähe gerückt. Ich erhielt eine Adresse in München von „ Das
Gießwerk“. Hier habe ich Herrn Schneider bereits kontaktiert. Er hat inzwischen
einen Prototyp von einem Kettenglied gegossen. Per E-Mail habe ich bereits
Bilder von dem Teil gesehen und bin begeistert! Was mir jetzt noch fehlt ist
Zeit und Gelegenheit, endlich nach München fahren zu können, um mit Herrn
Schneider persönlich zu sprechen.
Eine Sache, die mir noch immer großes Kopfzerbrechen bereitet ist,
die Anfertigung des Vorgelegegetriebegehäuses.
Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, auf Papier ist alles
fertig. Es fehlt nur noch die Durchführung.
Günther Mayr
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