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TIGER I Ausf. E  im M 1:5

Baubericht Teil 2
von Günther Mayr


Wie ich im 1. Teil des Bauberichtes (siehe unten) zum Schluß geschrieben habe, ist am Papier alles fertig gewesen, es scheiterte nur an der Ausführung.

Nach langer Suche einer Möglichkeit, die Dreh- und Frässteile für das gesamte Laufwerk und der Geschützteile für mich Kostengünstig anfertigen zulassen, bin ich zu dem Schluss gekommen, daß das nichts wird. 
Ich habe schon damit gerechnet meine Katze zum Schrotter bringen zu müssen. Das Einzige das ich mir machen ließ, war der Laserschnitt der Antriebszahnkränze.

2010 meinte es das Christkind gut mit meiner Firma und es bescherte uns eine neue EMCO Drehbank. Da lachte das Modellbauerherz! Ich sah wieder Licht am Ende des Tunnels.

Die ersten Teile, die ich an der neuen Drehbank fertigte, waren die Exzenterkurbeln für das hinter Leitrad. Erst nach dem dritten Anlauf hatte ich den Dreh mit der Planscheibe heraus und die Kurbeln wurden so, wie ich sie haben wollte:

Achsabstand 10mm, Wellenlänge innen 190mm, Wellenlänge außen 47mm mit einem M14 Gewinde zum Befestigen des Leitrades. 

Nach den Dreharbeiten habe ich die Exzenterwellen auch gleich in die Panzerwanne eingebaut und dafür auch noch die inneren Lagerungen angefertigt. Die Bohrung zum Verbinden der Welle mit dem Kettenspannhebel hab ich vorerst noch nicht gebohrt. Die wird erst platziert, wenn ich die Ketten aufziehe.
Jetzt begann die Sache so richtig ins rollen zukommen "PANZER VORAN"!

Ein Mitarbeiter hat mir zwei Mündungsbremsenrohlinge CNC- gedreht, da konnte ich mir dann auch noch eine ganze Menge abschauen. Aus einem 20x20 mm HSS- Drehstahl formten wir zwei Formdrehmeißel zum Ausdrehen der Mündungsbremsenkammern. Zum Aufschrauben an das künftige Geschützrohr bekam die Bremse ein M24x 1,5 Gewinde. Ein Arbeitskollege brachte mich mit einem seiner Schützenkameraden in Verbindung, der sich bereiterklärte, mir bei den Fräsarbeiten zu helfen. Er hat mir dann die Fenster in die Mündungsbremse gefräst.

Danach ging es an die 48 Laufrollen. Dafür besorgte ich mir einen Polyamidstrang mit 1m Länge. Der wurde dann in 20mm Scheiben auf der Bandsäge "zerlegt" und anschließend der Endfertigung  zugeführt. Langweilig, weil immer das Gleiche. 

Nachdem ich das Material für die Anfertigung der Schwingen hatte, begann ich als erstes die Schwingenarme auf Maß zu schneiden. Die 25x25x95mm Stücke wurden auf einer Seite auf 18mm schmäler gefräst und mit den Bohrungen für den Lagerbolzen und den Laufrollennabenzapfen versehen. Als nächstes waren die 16  Lagerbolzen an der Reihe. Die waren aufgrund der einfachen Form rasch fertig. Allerdings habe ich die Nut für den Sicherungsring, der die Schwinge in der Panzerwanne hält, noch nicht eingestochen. Die wird erst in die Lagerbolzen gedreht, wenn der Lagerbock in der Wanne eingebaut ist. Als Lagerelement für die Lagerbolzen dienen Messingbuchsen die ich aus alten Messingdornen möglichst spielfrei an jeden einzelnen Bolzen anpasste.

Nun begann wieder eine langwierige aber eine genau durchzuführende Arbeit, das Drehen der Nabenzapfen. Den Durchmesser für die Lager habe ich ein wenig größer gelassen. Ich habe ihn erst nach der Lieferung  der Lager Passgenau gedreht.

Im Urlaub 2011 bestellte ich Aluminium für das Geschützrohr, den Rohrmantel, die Radnaben, die Leiträder und die Antriebsräder. Dank Internet um etwa 300,- Euro günstiger als Metallhändler vor Ort. 
Weiters orderte ich die Lager für die Laufrollennaben. Nach einer längeren Dienstreise habe ich mit dem Geschützrohr begonnen, mein erworbenes Aluminium aufzuarbeiten.
Als erstes drehte ich das Stück mit einer Länge von 700mm auf den Durchmesser von 45mm. Danach konnte ich es im Futter durchspannen und mit dem Bohren beginnen. Dafür hatte ich mir einen langen 16mm Bohrer gekauft. Das Bohren musste von beiden Seiten aus durchgeführt werden. Ich traf die erste Bohrung genau. Der nächste Schritt war der Ansatz für den bereits vorhandenen Rohrstummel Ø 30mm mit einer Tiefe von 35mm. Dann drehte ich die Außenform des Geschützrohrs. An dieser Stelle will ich es doch mal betonen, das Arbeiten auf der neuen EMCO ist ein Traum !!!

Das Nächste Bauteil, das ich in angriff nahm, waren die beiden restlichen Rohrwiegenteile. Die einzige Schwierigkeit dabei war die richtige Platzierung der Befestigungslöcher.
Als ich dann auch die beiden Teile hatte, verschraubte ich das Geschützrohr am bereits vorhandenen Rohrstummel. Für das Befestigen der Rohrwiegen und Geschützrohr- mantelteile musste die Wiege leicht umgebaut werden. Das war aber in Handumdrehen erledigt. Der Turm mit seinem Geschütz ist fertig.

  
Laufwerksteile, ihr seid an der Reihe! 32 Stück, 4x8 Stück verschiedene Naben. Auch bei meinen 1:35 Modellen mache ich nichts so ungern als das Laufwerk. Das dauert immer am längsten.
Also los, 2m Alustange in die benötigten Stücke zersägt. Viel blieb da nicht über. Ab auf die Drehbank und eines nach dem andern heruntergedreht. 

Auf die richtigen Durchmesser für die Lagersitze musste geachtet werden und das der Abstand der Lager nicht zu gering ist. Damit nach den Dreharbeiten das Bohren der Schraubenlöcher einfacher ging, fertigte ich mir eine Bohrschablone an.
Die wurde auf ein jedes Nabenteil geschoben und so konnte ich immer im gleichen Lochkreis bohren.
Aufgrund der geringen Toleranzen musste ich für das Zusammensetzen der Laufwerksteile die Bohrungen an den Laufrollen etwas größer aufbohren, damit die Schrauben leichter durchgeschoben werden konnten. Zur Probe habe ich nun alle Laufwerksteile zusammengefügt und verschraubt. 
Ich habe jetzt 8 Laufradsätze mit innen liegender Doppellaufrolle und 8 Sätze mit außen liegender Doppellaufrolle. Am ersten Laufradsatz habe ich die äußere Laufrolle weggelassen, so wie man es oft auf  alten Fotos sehen kann.

Als nächstes soll nun das Laufwerk an meinen Panzer. Dafür habe ich mir zwei Stück 50x40x1000mm Alublöcke gekauft. Die habe ich nach, dem sie in die Wanne eingepasst wurden in der Wanne verschraubt. Vorerst aber nur zweimal vorn und zweimal hinten damit sie schnell ausgebaut werden können. Zum zentrierten Ankörnen der Bohrungen, wo die Schwingenlager eingepasst werden sollen, habe ich mir eine Körnerschablone angefertigt. Nach dem Bohren und Anfertigen der Messinglager wurden diese anschließend eingepresst. Damit jede Schwinge wieder ihre Lagerbuchse bekam; habe ich die Schwingen bezeichnet (L1- L8 und R1-R8). Wie im richtigen Panzerbau eben. Danach habe ich die Lagerböcke wieder in der Wanne montiert. 

Zum bestimmen der Bohrung für das Gegenlager der Drehstäbe an der gegenüberliegenden Wannenseite, habe ich einen geraden Metallstab etwa 30mm kürzer als ein Drehstab zugeschnitten, an einer Seite einen Kegel aufgedreht, in die Drehstabbohrung des Schwingenlagerbolzen gesteckt und in die Wanne geschoben. Mit einem leichten Schlag auf die Schwinge hatte ich die Position für die Gegenlager- bohrung. 
So bin ich mit allen anderen Schwingen verfahren, bis alle angekörnt waren. Zum Bohren auf der Säulenbohrmaschine wurden die Aluböcke wieder ausgebaut. Nach dem Bohren der Gegenlagerbohrung musste jetzt das Gewinde für die Gegenlagerschraube für den Drehstab gesetzt werden. Dafür habe ich ein M10 Gewinde vorgesehen. Ich habe 15mm von der Lagerbockaussenseite nach innen gemessen, eine gerade Linie angerissen und genau mittig der Gegenlagerbohrung das M10 Gewinde gesetzt.  Somit verhindert die Schraube das Verdrehen der leicht angefrästen Drehstäbe. Da der Drehstab einer Längenveränderung bei der Verdrehung unterliegt, darf die Schraube nur leicht auf der gefräßten Fläche anliegen. Als Sicherung für die Schraube benutzte ich eine Kontermutter.
Der Bau schreitet immer weiter voran. Die Laufwerksteile sind fertig, die Laufwerklagerung eingebaut. Es muss nun die richtige Verbindung sprich Federelement dafür sorgen, daß das Ganze funktioniert.

Bei meiner Berechnung habe ich ein Fahrzeuggesamtgewicht von etwa 250 kg vorausgesetzt, minus der ungefederten Massen der Laufwerksteile und Ketten, also etwa 180kg. Eine Kurbellänge von 70mm und eine Drehstablänge von 340mm. Ergibt einen Drehstabdurchmesser von etwa 6mm auf einer Länge von 200mm. Ich hoffe nur es funktioniert dann auch.

Das nächste Teil das ich anfertigte war das Leitrad. Aus Aluminiumrundmaterial von Ø130x 200 mm sägte ich zwei Stücke mit einer Länge von 60 mm ab und bohrte als erstes die Lagerbohrungen grob auf und drehte auf den Lagerdurchmesser aus. Danach fertigte ich die Aufnahme für den Leitradring. Dieses Maß blieb etwa 0,1 mm größer als der Innendurchmesser des Leitradringes, das nach dem Fräsen der Speichenzwischenräume aufgeschrumpft wird. Für das Ausdrehen der Rundung in der Mitte der Rades schliff ich mir einen Formdrehstahl mit dem richtigen Radius. Rundungen von Hand drehen, das ist mir noch zu schwierig.

Auf die gleiche Art und Weise entstanden die Antriebsräder für meinen Panzer. Aluminium Ø 150x 350mm, zwei Stücke mit 95mm abgesägt und bearbeitet. Nach dem das Antriebsrad gedreht war passte ich die Aufnahmen der  Zahnkränze an den richtigen Durchmesser des Triebrades an. Hierbei achtete ich darauf, das möglichst kein Spiel dazwischen war. Nun konnte gebohrt werden. Mit einer Gripzange fixierte ich die beiden Teile. Nach dem Bohren des ersten Loches habe ich diese mit einer M5 Schraube und Mutter verschraubt. Die nächsten Bohrungen und Verschraubungen erfolgten immer gegenüberliegend bis alles verschraubt war. 

Für die richtige Positionierung des zweiten gegenüberliegenden Zahnkranzes verwendete ich einen Winkel auf einer ausgerichteten Tuschierplatte. Wieder mit der Zange zum Bohren des ersten Loches fixiert und gleich wie beim ersten Zahnkranz fertig gestellt. Nun muss noch, wie beim Leitrad auch, die Befestigungsbohrungen bzw. Bohrungen der Lagerdeckel für das Leitradlager gebohrt und die Speichenzwischenraum an den Antriebs und Leiträdern ausgefräst werden.

Das Bauteil, das als folgendes in  Angriff genommen werden soll, ist das Seitenvorgelegegetriebe. Dafür soll  ein Alublock von etwa 400x150x150mm  zerspant werden.

Das war es für zweite, wie sich die Sache weiterentwickelt werde ich ein andermal berichten.

Günther Mayr

BAUBERICHT VON GÜNTHER MAYR

Baubericht Teil 1
von Günther Mayr

TIGER 1        AUSF. E        FRÜHE AUSFÜHRUNG        M 1:5


 Tiger 1E


Zu Beginn möchte ich mich gerne vorstellen. Mein Name ist Günther Mayr, ich bin 34 Jahre alt und lebe mit meiner Frau und meiner Tochter in einem Vorort von Salzburg. Ich habe Kfz Mechaniker gelernt und arbeite auch heute noch in dem Beruf. Zwar nicht mehr in meinem Lehrbetrieb, sondern bei einem gepanzerten Verband des österreichischen Bundesheer.

Modellbau betreibe ich, mit Unterbrechungen, seit früher Jugend. Mein Interesse an der Panzerwaffe wurde erst so richtig geweckt, als ich mit den „Dingern“ beim Bundesheer hautnah in Berührung kam.

Im Jahr 2002 lernte ich eine Kollegen eines anderen Verbandes kennen, der unter seiner Werkbank zwei RC Modelle im Maßstab 1:10 stehen hatte. Einen Panther und einen Tiger 1. Beide leider nicht funktionstüchtig. Irgendwie war ich von diesen beiden Metallmodellen fasziniert. Ich kannte diese „Dinger“ und ich hatte auch mal einen Königstiger von TAMIYA, einen der Ersten, mit den beiden Lenkkupplungen. Aber die zwei Metallmodelle da waren doch etwas anderes. Über diese Art des Modellbaues musste ich mehr erfahren. Ich stürmte die nächste Buchhandlung und kaufte mir ein Buch über Modellbau in Ganzmetallbauweise. Beim Lesen und Betrachten der Bilder reifte zusehends der Entschluss, auch ein solches Fahrzeug zu bauen. Nur welches???

Panzer Unterlagen

Aufgrund meiner spärlichen Werkstattausrüstung kam nur ein Fahrzeug mit einfacher Formgebung in Frage. Beim Durchblättern meiner zahlreichen Bücher gefiel mir der Tiger ganz gut und ich hatte auch schon einige Modelle im M 1:35 gebaut. Also sollte es der TIGER sein. Jetzt hatte ich mein Fahrzeug. Nur welchen Maßstab sollte ich verwenden? Da ich einen Benzinmotor mit hydraulischem Fahr- und Lenkantrieb verwenden wollte, inspiriert von einem Baubericht aus dem Buch, musste ausreichend Platz sein. Daher ein Maßstab ca. 1:6, 1:7, 1:8, oder eben 1:5. Da das umrechnen vom Maßstab 1:35 in 1:5 am einfachsten war, fiel meine Wahl auf diesen Maßstab. Wie sich später herausstellte, ein großer Fehler. Dazu an anderer Stelle mehr. Ich benutzte einen Modellbausatz aus meinem Bestand im M 1:35 um die Masse abzunehmen.

Tiger 1E

Dann wurde es ernst. Im Februar 2003 habe ich die ersten Pläne gezeichnet. Beim Zeichnen der Bauteile für Wanne und Turm berücksichtigte ich auch gleich das Material.

Aus Gewichtsgründen wäre Aluminium natürlich optimal gewesen, da ich aber keine Möglichkeit habe, Alu zu schweißen und mir Schraubverbindungen in Aluminium nicht sicher genug erschienen, kam eben nur einfacher Stahl in Frage.

Das Gewicht des fertigen Fahrzeugs schätzte ich zu diesem Zeitpunkt auf ca. 200- 250kg. Mein Tiger sollte eine Selbsttragende Konstruktion, ohne Innenversteifungen werden. Dem entsprechend stark und verwindungssteif musste also die Wanne konstruiert werden. Für die untere Wannenhälfte wählte ich 5mm, für die obere Hälfte 3mm Stahlblech. Für Turm, Turmdrehteil und Aufnahme der Rohrwiege wählte ich wieder 5mm, für die Turmwand wieder 3mm starkes Stahlblech. Nach etwa 2 Monaten hatte ich die wichtigsten Teile, wie Wanne und Turm, Rohrwiege und Fahrwerksaufnahmen entsprechend der gewählten Materialstärken Maßstabsgetreu gezeichnet. Zwischendurch machte ich mir schon meine Gedanken über den Fahrwerksaufbau und die Leitradspannvorrichtung. Mein größtes Problem daran – die Kette!

Wenn ich zu diesem Zeitpunkt über einen Internetanschluss verfügt hätte, hätte ich bereits in diesem frühen Stadium der Planung bemerkt, dass es zu Fahrzeugen im M 1:6 ganz gute und vor allem günstige Ketten fertig zu kaufen gibt.

Als ich alle Zeichnungen fertig hatte besorgte ich mir das Material und machte mich in der Schlosserei an die Arbeit. Zunächst habe ich die einzelnen Teile sauber aufgerissen und mit dem Schneidbrenner so genau wie möglich ausgeschnitten. Den Feinschliff erledigte ich am Schleifbock. Anschließend nahm ich die wichtigsten Bohrungen für Laufwerk, Abgasanlage Kettenspannvorrichtung usw. vor. Nachdem alle Teile sorgfältig bearbeitet waren, habe ich die Wannenteile zuerst geheftet und dann in mehreren Schritten, mit genügend Abkühlzeit verzugsfrei geschweißt. Die oberen Bugplatten und das Wannendach habe ich so eingebaut, dass sie leicht abgeschraubt werden können. Auf die gleiche Weise erstellte ich den Turm. Zuerst die vordere Abstufung unter der Rohrwiege, anschließend die Rohrwiegenaufnahme.

 Vorholfeder

Meine Vorstellung ist es, einmal mit Knallmunition ordentlich Wirbel zu machen. Aus diesem Grund habe ich Rohrwiege und Aufnahme verstärkt ausgelegt.

Jetzt baute ich Rohrwiege, Rohrrücklauf und Rohrblende ein. Der Aufbau der Rohrwiege und des hinteren Geschützrohrteils lief folgendermaßen ab: Die Rohrwiege baute ich mit einem Stück einfachen Eisenrohr, das als Führung und Lagerung für einen „Rohrstummel“ dient. Als erstes entfernte ich die Schweißnaht im inneren des Rohres. Anschließend wurden zwei Lagerachsen für die Rohrwiege aus 15 mm Rundeisen abgeschnitten. Auf einer Seite der beiden Achsen setzte ich M10 Gewinde ein. Die  beiden Schrauben die in diese Gewinde eingesetzt werden halten die ganze Konstruktion in der Rohrwiegenaufnahme. Da die beiden M10 Schrauben nicht fest angeschraubt werden, sondern nur locker anliegen, sicherte ich sie mit einer Klemmschraube die ich etwa 10- 15 mm neben dem linken und rechten Achsenende anbrachte. Nun wurden die Achsen in die Rohrwiegenaufnahme verschraubt die Geschützführung mittig dazwischen gehalten und angeheftet. Aus einem Rechteckigen Abfallstück und zwei Winkelprofilen mit etwa 15 cm Länge baute ich den Rohrrücklaufschlitten. Zu diesem Zweck bohrte ich ein Loch vom Außendurchmesser des Führungsrohres. Dieses setzte ich auf das Führungsrohr auf und im Rechten Winkel zur Senkrechten befestigte ich dieses. Die beiden Winkelprofile wurden an den unteren Ecken im Rechten Winkel zum Rechteck und parallel zueinander angeheftet. Damit ich einmal mit Knallmunition schießen kann, habe ich den hinteren Teil des Geschützes aus einem massiven Stück Eisenrohr gefertigt. Dies aus dem Grund, damit der auftretende Gasdruck auch ausgehalten werden kann. Länge etwa 250mm, Durchmesser außen 45mm und innen 20mm sind die Abmessungen des „Rohrstummel“. Im vorderen Bereich wird der Rohrstummel auf einer Länge von 45mm auf einen Durchmesser von 35mm abgedreht, hier setze ich später das eigentliche Geschützrohr auf und verschraube es miteinander. Das Geschützrohr, Mündungsbremse und Geschützrohrblenden werden aus Aluminium gefertigt.

Rohrpuffer

Am Rohrstummel habe ich ein passendes Metallstück, das mit einer Bohrung im Durchmesser des Rohrstummels versehn ist, nicht ganz Bündig am hinteren ende des Rohrstummels aufgesetzt. Ein weiteres Stück das zwischen die Winkelprofile des Rohrschlitten passt und leicht dazwischen zu schieben geht, im Rechten Winkel mit dem Rohrstummel verbunden. Nachdem ich diese Konstruktion in alle möglichen beweglichen Richtungen auf leichte Gängigkeit getestet hab, hab ich die Verbindungen fest miteinander verschweißt. Eine Zugfeder die zwischen Rohrwiege und Geschützrohr eingehängt ist halt die beiden Teile zusammen. Der Rohrrücklauf und Rohrvorholfeder benötigt noch einer Verbesserung die später durchgeführt wird wenn eine Idee dafür verfügbar ist. Die Rohrwiegenblende war jetzt nur noch ein Kinderspiel, ein passendes Stück Blech zurecht geschnitten, gebogen, gebohrt aufgesetzt und verschweißt.

Als alles so funktionierte, wie ich es mir gedacht hatte, habe ich die Turmwand von hinten, aus der Mitte, Stück für Stück nach vorne gebogen und verschweißt. Danach habe ich eine Querstrebe im Bereich vom Knick des Turmdachs eingesetzt, in dem Befestigungsgewinde für das Dach eingelassen sind.

Das Turmdach ist aus 1mm Blech zugeschnitten, eingepasst und mit 6 Stk. M6 Schrauben befestigt.

Bis hierher hat mich der Spaß 100,-€, unzählige schlaflose Nächte, Stunden am Zeichenbrett oder in der Schlosserei und mächtig viele graue Haare gekostet.

Aber es hatte sich gelohnt, denn Rohbau von Wanne und Turm standen vor mir!

Nach einer kurzen Schaffenspause brachte ich die Durchbrüche für Fahrer und Funkerluke in das Wannendach ein. Auch die Löcher für die Kommandantenkuppel und die Ladeschützenluke habe ich eingeschnitten. Zu diesem Zeitpunkt bekam ich einen wichtigen Hinweis von einem Kollegen, „Fotos machen!“ An dieser Stelle entstanden die ersten Fotos.

Die nun anstehenden Arbeiten waren relativ einfach. Ich habe die Kettenabdeckungen angefertigt und angeschraubt. Die Lukendeckel für Fahrer und Funker stellten auch kein Problem dar und waren, gebaut aus Resten vom 5mm Stahlblech, schnell an Ort und Stelle. Bei der Mechanik für die Lukengelenke orientierte ich mich am Original mit einer für mich umgeänderten Modifikation. Beim echten Panzerlukendeckel bewirkt der Federmechanismus ein leichgängiges Öffnen und Schließen der Luke. Gut zu sehen im Buch von W. J. Spielberg. Dieses Buch ist inzwischen arg in Mitleidenschaft geraten, weil ich mir viele gute Ideen darin holte.

Ich baute die Feder allerdings so ein, dass ein Aufspringen des Deckels während der Fahrt nicht möglich ist.

FunkerlukeDie Ladeschützenluke entstand aus zwei Teilen, die ich innen zusammengeschweißt habe damit die richtige Dicke erreicht werden konnte. Mit Scharnieren habe ich sie am Rahmen befestigt.

Jetzt unterlief mir ein Fehler. Ich schweißte den Rahmen am Turmdach in einem Durchgang, ohne Abkühlpausen an. Dadurch verformte sich das Turmdach in ein Wellblechdach und war nicht mehr zu retten. Aus dem Fehler habe ich gelernt und beim zweiten Durchgang habe ich genug Pausen gemacht. Nebenbei habe ich die Trittschutzbügel aus Abfallstücken von Sperrriegel von Spinden, für die Winkelspiegel gebogen und befestigt.

Benzin MotorAls Herz in meiner
Katze dient ein 100ccm 2 Taktmotor einer Motorsense, den ich von einem Bekannten bekommen habe. In welchem Bauabschnitt genau ich es meiner „Katze“ eingesetzt habe, weiß ich leider nicht mehr genau.



Nach und nach baute ich die vorderen und hinteren Kotflügel. Auch wenn der Bau nur Schrittweise vorwärts ging, nahm mein Modell schon Gestalt an. Je nach dem, wo mir die Ideen kamen, habe ich hier und da etwas verändert, verbessert, oder angebaut. Der aufwändigste Bauabschnitt war sicher der gesamte Deckelbereich für Motor, Kühler und die Tanks.
Heck oben
So viele Einzelteile, jedes in Einzelan- fertigung und natürlich von Hand gebaut, das kostete Nerven und Zeit. 

Damit mir bei so viel Kleinkram nicht die Lust verging, habe ich aus alten Auspuff- gelenkstücken die beiden Auspufftöpfe erarbeitet. Die Flammenvernichter habe ich zunächst ver- gessen und die Schutz- bleche zunächst seiten- verkehrt montiert. 

Als ich die Auspufftöpfe mit dem Motor ver- bunden hatte, musste ich natürlich einen Testlauf absolvieren. Wer könnte da schon widerstehen? 

Der blaue Abgasqualm stieg kerzengerade auf. Als ich diesen Fehler später ausbesserte und die Flammenvernichter oben aufmontiert waren, war das Ergebnis bemerkenswert. Der Abgasqualm wurde zwischen Schutzblech und Auspufftopf unter den Panzer geführt. Ringsum qualmte es und meine „Katze“ stand im Bodennebel. Ein toller Anblick!

Tiger Heck

Auspufftöpfe

 
Für den Turmdrehkranz fand ich auf dem Schrottplatz ein Schwungrad, welches ich mir an der Drehbank auf das benötigte Maß, einen Ring von etwa 1,5cm Stärke, zurechtschnitzte. Dieses Teil habe ich in den Turmdrehteil eingepasst und festgeheftet. Den Außendurchmesser des Drehkranzes übertrug ich auf das Wannendach und schnitt die Öffnung hinein. Zur besseren Stabilisierung schweißte ich innen eine 3mm Blechplatte ein.

Die Kommandantenkuppel entstand im Groben aus vier Teilen. Ein Blechstreifen mit den Sehschlitzen, einem Ring aus Resten der 5mm Platte, einem kleineren Blechstreifen und einem kleineren Drehteil, den ich im Schrott gefunden habe und zufällig vom Durchmesser passte, auf dem in einem weiteren Schritt der Lukendeckel mit Griff, Scharnier, und Deckelhalter montiert wurde.

Kommandantenkuppel

Nebelwerfer

Etwa zu diesem Zeitpunkt habe ich mal gewogen. 100kg das stolze Gewicht! Die Grobarbeiten hatte ich abgeschlossen und ich ging an die Feinarbeiten. Fertigstellen vom Kühlergitter, anfertigen der Abdeckungen für die Kettenspanneröffnungen am Heck, eine Anhängerkupplung musste her, Fahrersehschlitz aufbrechen und linke und rechte Fahrersehschlitzpanzerung aus Alu geschnitten und verschraubt.

Kühlgitterhalter

Für den Motor baute ich einen Abluftschacht, der die Motorwärme durch das linke Kühlergitter nach oben ausbläst. Bei einem längeren Motorlauf musste ich nämlich feststellen, dass es zu großer Stauwärmebildung im Inneren gekommen ist.

Im März 2004 bekam ich einen Internetanschluss und begann nach einer passenden Kette für meinen Tiger zu suchen

Die Fahrwerkskomponenten wie Federung, Laufräder, Radnaben, Leitrad, Antriebsrad ect. Hatte ich schon zu Papier gebracht. Als Einzelzeichnung und auch zusammen auf ein Blatt, um zu sehen, ob es so funktionieren kann, wie ich es mir dachte. Auf dem Papier sah es ganz gut aus aber die Kette machte mir Kopfzerbrechen. Ich suchte und suchte und nun wurde der Maßstab 1:5 als Fehlgriff bemerkbar. Wie gesagt, eine Kette im M 1:6 wäre kein Problem gewesen, aber 1:5 ist schwierig. Vor allem Kostenintensiv!

Der Turmstaukasten erwies sich als kniffelige Angelegenheit. Bei meinen Vorlagenmodell ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen, dass er verschiedene Radien aufweist. Es dauerte eine Weile und etliche Blatt Papier, bis ich die Masse heraushatte. Für den Staukasten habe ich zunächst ein Modell aus Karton gebaut, das ich mit Tesafilm zusammengeklebt habe, um festzustellen, ob der Teil dahin passt, wohin ich ihn haben wollte. Als das der Fall war, zerlegte ich den Karton in seine Einzelteile und benutzte sie als Schablone für 0,7mm Blech, aus dem ich dann den endgültigen Kasten fertigte.

Turmstaukasten

Der Kasten hat keine Rückwand, weil ich ihn direkt am Turmheck verschraubt habe und mir die Arbeit somit erspart blieb. Bandscharniere aus dem Baumarkt, Deckel zugeschnitten, gebohrt, verschraubt, fertig.

Antrieb von Turmschwenkwerk und Turmhöhenrichtmaschine erfolgen über zwei 24V Scheibenwischermotoren vom Schrottplatz, die ich jedoch nur mit 12V betreibe. Für das Schwenkwerk habe ich den Motor auf eine Konsole geschraubt, damit er genau unter das Wannendach eingepasst werden konnte und ausreichend Spiel zum Schwungrad vorhanden war.

Auf der Welle des Wischermotors befestigte ich ein passendes Starterritzel welches nun in den Starterzahnkranz eingreifen kann. Mit einer Spannungsversorgung von knapp 12V erreiche ich eine Umdrehungsgeschwindigkeit des Turmes, von einer ganzen Umdrehung in etwa 60 Sek. Das soll ja auch beim Original bei der schnellsten Richtgeschwindigkeit in etwa erreicht worden sein.

Für die Höhenrichtmaschine der Kanone habe ich den zweiten Wischermotor ebenfalls auf eine Konsole geschraubt und innen im Turm verschraubt. Als mechanisches Übertragungselement vom Wischermotor auf die Rohrwiege dient mir eine auf die passende Länge gekürzte Fahrradkette und zwei Fahrradkettenritzel. Das kleinere der Ritzel lötete ich auf ein Messingrad, welches auf dem Wischermotor verschraubt ist. Ein Ritzel, das vom Durchmesser eben noch Platz in der Rohrwiegenaufnahme hat, wurde auf die Rohrwiege montiert. Die Kette wird über einen Kettenspanner gespannt, dessen Ritzel vom Kettenwerfer einer Fahrradschaltung stammt. 

Tiger Turm

Damit der Turm leichtgängig auf der Wanne dreht, baute ich sechs Kunststoffgleitsteine zwischen Wanne und Turm, die normalerweise in der KFZ Technik verbaut sind und mir per Zufall aus dem Abfall entgegenkamen. Zur weiteren Detaillierung schraubte ich einen Kugelfang aus Aluminium vor den Sehschlitz des Panzerfahrers auf die obere Bugplatte. Den unteren, fest verschraubten und den oberen, beweglichen Verschlussteil vom Sehschlitz baute ich aus Messing. Den beweglichen Teil will ich später per Servomotor öffnen uns schließen können. Von Hand ist das jetzt schon möglich.

Kugelblende

Aus Abfallstücken entstanden eine Werkzeugkistenablage am linken und eine Wagenheberhalterung am rechten Wannenheck. Danach entstand die Notausstiegsluke an der rechten Turmseite. Am Anfang, wie üblich, erstmal auf Papier. Später  aus Resten des 5mm Stahlblech. Da Aufgrund des Turmwandradius der Lukendeckel sehr dick sein musste, kam das gelegen. Eine Platte mit dem richtigen Durchmesser, ein Ring, innen aufgedoppelt, die linke und rechte Seite des Deckels nach Vorlage mit der Feile bearbeitet, ein Scharnier auf die gleiche Art angefertigt und aufgeschweißt. Fertig ist die Luke.

Notausstiegluke

Die Öffnung in der Turmwand habe ich mit einem Metallstreifen, ca. 3mm dick und zu einem Ring gebogen, verstärkt und die Luke verschraubt. Zur Fixierung dient ein einfacher Riegel, der durch die Ladeschützenluke zu betätigen ist.

Eine Gasfeder, die ich im Kfz Zubehör gekauft habe, baute ich zur Dämpfung der auf- und ab- Bewegung des Geschützrohrs ein. Zur Verbesserung des Rohrvorholsystems baute ich eine stärkere Feder seitlich am Rohrschlitten an.

Nun folgte ein, wie ich denke für jeden Panzermodellbauer, komplizierter Bauabschnitt. Das Laufwerk.

Begonnen habe ich, indem ich eine Laufradschwinge samt Lagerelement angefertigt habe. Die Schwinge stellte ich aus drei Einzelteilen zusammen. Die beiden Lagerzapfen, aus Drehstahl,sind auf den Schwingenarm, derzeit noch aus Aluminium, gepresst und verschraubt. Gelagert ist die Schwinge in einer Messingbuchse, die in einen Alublock gepresst und auf das richtige Innenmaß aufgerieben ist. Gehalten wird die Schwinge mit einem Sicherungsring. Das Federelement ist ein Drehstab, der wie beim Original, an der gegenüberliegenden Wagenseite verschraubt ist. Nach meinen Berechnungen müsste ein Drehstab mit 9mm Durchmesser für ein Gesamtgewicht von 220-250 Kg ausreichend sein. Eine Änderung, die ich auf alle Fälle noch durchführen werde, ist einen über die gesamte Wagenlänge reichenden Alublock, für die Schwingenlagerung einzubauen.

Schwinge Schwingenlagerung
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Bei der Konstruktion und der Zeichnung der Kettenspannvorrichtung habe ich mich wieder am Original orientiert. Als Lagerelemente dienen 2 Drehteile, die von innen durch die untere Wannenwand miteinander verschraubt sind. In diese habe ich wieder je 1 Messingbuchse eingepresst und aufgerieben. Da die Leitradkurbeln noch nicht verfügbar sind, habe ich ein passendes Rundmaterial von 20 mm Durchmesser für den Aufbau der Spannvorrichtung genommen.

Ein Bekannter von mir dreht die Leitradkurbel in einem Stück als Exzenter. Auf die Lagerwellen, die in den Panzer reichen, sitzen Distanzhülsen, die den Abstand zwischen innerer Lagerhälfte und Spannhebel gewährleisten. Der Spannhebel wird auf der Leitradkurbel verschraubt. Die Spindel zum Spannen der Kette stützt sich am inneren Wannenheck ab. Über den Gewindebolzen im Spannhebel lässt sich die Kette später von außen mit einem 6mm Inbus spannen. Der Inbus wird durch Abdeckplatten, wie beim Original abgedeckt. Das ist der momentane Stand der Dinge. 

Spannvorrichtung Spannspindel Spannvorrichtung eingebaut
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Die Lösung meines Problems mit der Kette ist dank Herrn Wehler in greifbare Nähe gerückt. Ich erhielt eine Adresse in München von „ Das Gießwerk“. Hier habe ich Herrn Schneider bereits kontaktiert. Er hat inzwischen einen Prototyp von einem Kettenglied gegossen. Per E-Mail habe ich bereits Bilder von dem Teil gesehen und bin begeistert! Was mir jetzt noch fehlt ist Zeit und Gelegenheit, endlich nach München fahren zu können, um mit Herrn Schneider persönlich zu sprechen.

Eine Sache, die mir noch immer großes Kopfzerbrechen bereitet ist, die Anfertigung des Vorgelegegetriebegehäuses.

Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, auf Papier ist alles fertig. Es fehlt nur noch die Durchführung.


Günther Mayr

 
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