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Lehr- und Informationsübung der Panzertruppenschule Munster

Am 21. Juni 06 hatten 25 Mitglieder der Reservistenarbeitsgemeinschaft
Militärmodellbau Celle/Munster die Gelegenheit, eine Lehr- und
Informationsübung der Panzertruppenschule zu beobachten.
Diese Übung ist nach einem neuen Konzept bisher erst drei Mal vorgeführt
worden.
Bisher wurden in ca. 90 Minuten in ununterbrochener Folge alle Land- und
Luftfahrzeuge des Heeres mit ihren Möglichkeiten und Fähigkeiten vorgeführt.
Jetzt hat man sich in der Panzertruppenschule an der Realität orientiert
und die Ausbildung den Erfordernissen der Auslandseinsätze angepaßt.
Als Auftakt wurden die Besucher der Vorführung in Bussen unter Schutz
von Fuchs und Luchs im Konvoi durch verschiedene Check-Points zum Veranstaltungsort
gebracht. Unterwegs kam die Kolonne an durch Kriegseinwirkung zerstörten
Häusern vorbei und überholte eine Gruppe von Flüchtlingen. Alles sehr
realistisch dargestellt.
So waren dann auch im Gelände vor der Zuschauertribune drei kleine
Dörfer aufgebaut, deren Einwohner unter den Kriegswirren zu leiden hatten und
deren Sympathien nicht immer auf Seiten der Interventionsstreitkräfte lagen.
Da also immer noch mit Kriegs- und Aggressionshandlungen zu rechnen war,
wurde das Gebiet von Kräften der Bundeswehr überwacht.
Zunächst bezogen zwei Wiesel 2 der Luftabwehr zum Schutz eines Dorfes
Stellung. Gleichzeitig wurde am Weg zwischen den Dörfern ein Check-Point
eingerichtet. Weil die Brücke am Fluß des einen Dorfes zerstört war,
durchquerten Kampfpanzer Leopard 2A6, Marder 3, Fuchs und Luchs zunächst das
Gewässer, um zu sichern. Dann wurde, um den Verkehr aufrecht zu erhalten, vom
Biber eine Brücke verlegt. Die wurde dann auch bald von einem schwer
gesicherten Konvoi überquert. Zwischendurch passierte ein ebenfalls durch
Kampffahrzeuge gesicherter Konvoi aus Fahrzeugen des Deutschen Roten Kreuzes
den Check-Point, um ein Dorf mit Hilfsgütern zu versorgen.
Diese Maßnahme wurde
von den Bewohnern der anderen Dörfer mit Unmut aufgenommen, woraus sich massive
Proteste entwickelten. Die teils bewaffneten Demonstranten wurden von
speziellen Einheiten der Bundeswehr in Zusammenarbeit mit der Militärpolizei
zurückgedrängt.
Im Nachbardorf hatte inzwischen eine Aufklärungseinheit, bestehend aus
zwei Spähpanzern Fennek Halt gemacht, um die Bewohner zu befragen. In diesem
Moment gab es einen Feuerüberfall mit Granatwerfern durch aufständische
Truppen, der mit Kampfpanzern und Feuer aus Panzerhaubitzen 2000 bekämpft
wurde. Ein angreifender Hubschrauber wurde durch den Flakpanzer Gepard
bekämpft. Da ein Mitglied der Aufklärungsstreife verletzt worden war, wurde
zunächst ein Sanitätspanzer Fuchs entsandt, der den Verletzten barg und
abtransportierte. Der Weitertransport wurde dann von einem Hubschrauber Bell
UH1D übernommen, der während der Landung von einem weiteren Hubschrauber aus
der Luft gesichert wurde.
Nun erfolgte auf breiter Front ein Angriff durch feindliche Kampfpanzer,
der sofort von einigen Leopard 2A6 zurückgeschlagen wurde. Unterstützt wurden
die Leoparden in der Luft von Panzerabwehrhubschraubern Bo 105 und zwei
Jagdbombern Tornado. Am Boden unterstützten einige Schützenpanzer Marder, deren
Besatzungen abgesessen vorgingen. Zur Verstärkung wurden weitere Soldaten durch
Transporthubschrauber CH 53 herangeschafft und abgesetzt. Für den
Personentransport wurde neben den herkömmlichen Lkw der Bundeswehr wie
Unimog, MAN 5 t und 7 t auch der geschützte Dingo gezeigt.
Insgesamt eine über 90 Minuten dauernde schlüssige Handlung, in der der
Alltag der im Ausland eingesetzten Bundeswehr mit ihren Soldaten und dem ihnen
zur Verfügung stehenden Material anschaulich gezeigt wurde. Zum Ende der
Veranstaltung fuhren und flogen nochmals sämtliche eingesetzten Fahrzeuge zu
einem Schlußbild auf.
In seinem Schlußwort führte der Kommandeur der Panzertruppenschule an,
daß die beste Sicherheit für die eingesetzten Soldaten eine solide Ausbildung
und gutes Material seien.
Daß dem so ist, habe die Vorführung eindrucksvoll gezeigt.
Das Schlußwort des Generals beendete die Vorführung.
Die Besucher wurden nun mit Bussen wieder zurück in die
Panzertruppenschule gefahren, wo eine kräftige Suppe und Kaffee und Kuchen
warteten.
Auf dem großen Platz vor dem Schleppdach mit der „Kantine“ waren alle in der Übung vorgeführten Fahrzeuge und
noch einige mehr zu einer statischen Waffenschau aufgefahren. Da konnte man
sich nach Herzenslust seinem „Lieblingsmodell“ widmen. Durch die zuständigen
Soldaten bekam man auch kompetente Antworten auf alle seine Fragen. Es war auch
erlaubt, die Fahrzeuge zu erklettern und Details aufzunehmen, die sonst bei
normaler Betrachtung überhaupt nicht wahrzunehmen sind.
Klaus Wehler
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