Die Rheinmetall Landsysteme in Unterlüß,  jedem Bastler von Militärmodellen sicherlich hinreichend bekannt, plante für den Samstag, 10. September, einen Familientag, an dem bestimmte Produktionshallen und Bürobereiche sowie die Studiensammlung (Museum) zur Besichtigung frei gegeben waren. Hierbei war mit Sicherheit die „Leo-Halle“ die Hauptattraktion. Für Kinder und Junggebliebene war auch einiges auf die Beine gestellt worden. Allerdings herrschte absolutes Fotografierverbot.

Zufällig war einige Tage zuvor ein RAG-Mitglied, das gerade einen Wiesel im M 1:8 vollendet hatte, bei der Rheinmetall und hörte von dem Familientag. Naja, kurz hin und her, dann kam die Frage: „Könntet Ihr nicht...“

Natürlich konnten wir. War zwar außerordentlich kurzfristig, weil alles bis zum nächsten Tag geregelt sein mußte, aber am Samstag waren wir zu Dritt mit einer ansehnlichen Anzahl von Modellen im M 1:8 vor Ort. Zunächst wurden wir vor und in der Halle der Rohrbearbeitung untergebracht. Einige Tische innen, außen ein abtrassierter Platz für die Vorführungen. Dort stellten wir auch, weil das Wetter nicht besser sein konnte, die Vielzahl unserer Modelle ab, die dann auch in unregelmäßigen  Abständen, aber häufig, bewegt wurden. Da standen nun ein Leo 2A4 und ein Leo2A6, zwei Füchse, ein Luchs, der M 113,, ein LARS und ein MARS sowie drei Wiesel.


Ein vierter Wiesel stand mit der schon fortgeschrittenen Baustelle des Beobachtungspanzers Hotchkiss in der Halle auf den Tischen. Daneben die Feldhaubitze 105 mm.
Auf einem Monitor konnten die Besucher das Fernsehbild ansehen, das von draußen aus dem Turm des Leo 2A6 übertragen wurde.

Wie schon gesagt, wurden die Modelle auch bewegt, manchmal auch außerhalb der Absperrung, um mal so richtig Auslauf zu haben. War natürlich manchmal etwas schwierig, die Übersicht zu behalten, weil doch eine Menge Zuschauer das Geschehen verfolgten. Mit dem LARS wurden zur Freude der Leute gelegentlich einige Salven abgefeuert.

Was bei diesen Besuchern, die ja alle – wenn auch nicht alle Familienangehörigen – Mitarbeiter der Rheinmetall waren – besonders angenehm auffiel, war, daß sie ja fast alle Metallbearbeiter sind und daher gut einschätzen konnten, welche Arbeit in solch einem Modell steckt. Natürlich kamen die obligatorischen Fragen¨Wie lange arbeitet man daran und was kostet das.“ Aber meist gingen die Fragen dann ins Detail, so daß sich manchmal lange interessante Gespräche ergaben.


Nachmittags verlegten wir dann mehr ins Zentrum vor die Leo-Halle. Auch hier der gleiche Besucherandrang und das gleiche Interesse.
Wir sind noch nicht einmal dazu gekommen, unsere obligatorische Erbsensuppe zu essen. Leider hat die Rheinmetall uns keinen Essenholer gestellt. Aber sonst waren die Leute sehr hilfreich und haben uns gut versorgt.
Es ist uns aber doch einmal gelungen, kurz einen Gang durch die nähere Umgebung zu machen. Meine Güte, was hatte die Rheinmetall da aufgefahren.


An unserem ersten Standort waren z.B. sämtliche Wieseltypen aufgestellt. Daneben einige Böcke mit Kanonenrohren für Probebeschuß. Einige Wannen von Leo 1 und Leo 2 als Versuchsträger für Haubitzen. Ein für Griechenland bestimmter Leo 2A4 und daneben der allerneueste Leo 2A6 mit neuem Dach, Zusatzpanzerungen und vielem mehr, das man draußen noch gar nicht sehen kann. In einer Halle stand die Wanne eines italienischen Leo. Gegenüber zwei Luchse, ein Marder und ein weiterer Leo 2A6. Alles natürlich nach neuestem Stand ausgerüstet. 

An der Leohalle waren der Kampfpanzer 70, der ja wohl als Urvater des Leo 2 gilt und ein Vertreter aus dem 2. WK, der 8x8 PzSpWg mit 7,5 cm Pak L/48, aufgestellt. Irgendwo stand auch ein PzAbw.Hubschrauber Bo 105 herum. Den Rest der ausgestellten „Großmodelle“ konnten wir gar nicht mehr besichtigen, weil wir wieder unsere eigenen vorführen mußten.

In der Leohalle gab es jede Menge Leo 2A4 zur Reparatur oder Umrüstung. Ein Leoturm war auf ein Gestell gesetzt worden, so daß die Besucher sich als Richtschütze betätigen konnten und Rohr und Turm richten konnten.

Als wir nach 16.00 Uhr fast mit dem Einpacken fertig waren, kamen plötzlich zwei Wiesel 1 TOW an unseren Stand gefahren, um uns zu einer Spazierfahrt abzuholen. Ein kleines Dankeschön der Rheinmatell für unsere spontane Zusage und fürs Mitmachen.

Da unser Pittchen altersbedingt auf die Fahrt verzichtete, bestiegen wir zu zweit einen Wiesel und stellten uns hinten in die Öffnungen für Kommadant und Richtschütze. Zuvor setzten wir noch eine Staubbrille auf, was sich dann als sehr richtig erwies. Der Werksfahrer zeigte uns so richtig, war der Wiesel drauf hat und daß er das beherrscht. Danach wußten wir, wie Heidestaub schmeckt.
Schon die Fahrt über das Werksgelände ähnelte eher einer Rallye. Dann ging es in das angrenzende Gelände. Zunächst nur über einen Sandweg, dann aber in die Donauwellen. Und das alles, als sei der Gashebel am Wannenboden angeschweißt. Irgendwann – so glaube ich – haben wir auch kurz abgehoben.

(Zum Arzt mußten wir glücklicherweise dann aber doch nicht)

Nach der Runde kam der Hammer: Der Fahrer stieg aus, erklärte uns kurz, wo der Schalthebel und das Lenkrad sind und forderte uns auf, den Wiesel selbst zu fahren!!

Das Angebot haben wir natürlich mit Freuden angenommen und sind durch das Gelände gebrettert.
Ist ein wahrer Spaß. Das Teil fährt sich wie ein Pkw.

Wie man so sagt: Unverhofft kommt oft. Nette Überraschung.

Diese Veranstaltung, an der wir mit unseren Modellen teilnahmen, hat in jeder Hinsicht Spaß gemacht, und die Leute von der Rheinmetall – bis hin zum Geschäftsführer, der uns einen netten Eintrag in das Gästebuch machte – sind sehr zufrieden.

 

Klaus Wehler

 
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