Jedes Jahr Anfang März findet die Modellbau Schleswig Holstein in den Holstenhallen in Neumünster statt. Die RAG Militärmodellbau war nun das dritte Mal dabei. Leider jedesmal  in einer anderen Halle, so daß manche Besucher, die uns schon kennen, sich erst mal auf die Suche begeben mußten. Aber alle Interessierten haben uns dann doch gefunden. Der Besucheran-drang war enorm.
Aber von Anfang an: Der Wettergott hat es doch noch gut mit uns gemeint. Die Tage zuvor waren ja vom Schneechaos gezeichnet, so daß die Anreise für aus der Ferne anreisende RAG-Mitglieder fraglich schien. Aber die Straßen waren frei und der Himmel strahlend blau mit viel Sonne. So versammelten sich alle angemeldeten Teilnehmer, um gemeinsam den Aufbau des Standes und insbesondere des Geländes vorzunehmen.Leider erwies sich das Gelände - genauer gesagt, der zur Verfügung stehende Sand - als unser Feind.


Anstelle des erwünschten Mutterbodens konnte uns der Veranstalter nur Sand zur Verfügung stellen, weil der Hausmeister der Holstenhallen sich geweigert hatte,  Mutterboden zuzulassen. Angeblich schwer wieder zu entfernen. Naja, muß man mit leben.Wir haben dann auch aus dem Sand ein brauchbares Gelände mit einer Brücke drin modelliert. Dabei ein  Abschnitt speziell für die Modelle im M 1:16.


Die Jungs hatten sich auch aus Dachpappe Straßen und einen Kasernenhof mit einem Wachgebäude, alles umgeben von einem schönen Zaun, mit Schilderhäuschen und Schlagbäumen aufgebaut. Im Kasernenhof versammelten sich eine ganze Menge interessanter Modelle in bunter Reihe: Tiger I, Sherman, Pershing, Leo1A4, Leo2A5 (alle fahrbereit), ein Unimog und ein Gelände-Pkw (Mercedes ?).

Daneben gab es noch das Trägerfahrzeug des Biber, der seine Brücke im Gelände ausgelegt hatte (mit Hilfe geschickter Hände).Was war nun im Bereich der Modelle im Maßstab 1:10 und größer los.Wir hatten  die Halle als Funkbetreiber ganz für uns alleine. So konnten wir "rund um die Uhr" fahren, was die Akkus hergaben. Um den Zuschauern feste Daten anbieten zu können, hatten wir drei Vorführtermine mit Moderation angekündigt. Dabei wurden alle Modelle in ihren Funktionen und Möglichkeiten im Gelände vorgeführt. Das dauerte jedesmal bis zu einer Stunde. Danach konnte - natürlich nach gegenseitiger Absprache (Funkdisziplin) - jeder fahren, so lange er wollte. War schon eine tolle Sache, so unabhängig zu sein.

Welche Modelle konnten wir vorstellen: Da war zunächst mal unser Schwergewicht, der Tiger I . Der hat dafür gesorgt, daß der Sand nach einiger Zeit etwas fester wurde


.Im Maßstab 1:10 zeigte der nun eingefärbte Bergeleo 2 seine Fähigkeiten.


Ein Leo2A5 pflügte durch den Sand und der Kanonenjagdpanzer brummte mit Originalsound durch das Gelände (Original und Modell haben nach meiner Meinung ein sagenhaftes Motorgeräusch).   

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Der Fuhrpark im Maßstab 1:8 war auch nicht zu übersehen. Hier wurden zunächst die drei Wiesel vorgestellt, danach Leo2A4 und Leo2A6. Dann kamen der M 113 und der Marder zum Einsatz. Diesen folgten der Luchs und der Fuchs. Die Panzerhaubitze und auch der LARS durften diesmal ordentlich knallen, wie zuvor auch schon der Leo 2A4. Von den 2 Lkw war wieder nur der Fünftonner einsatzbereit, der Fünfzehntonner humpelt immer noch. Zusammen mit dem Bergeleo 3 Büffel und einem Wiesel wurde diesmal eine etwas andere Verladeübung gezeigt. In früheren Veranstaltungen hatten wir ja immer Container und Paletten mit Kanistern verladen.


Diesmal haben wir das mit einem Wiesel gemacht. Zuvor waren am Wiesel - abweichend von Original - kleine Ösen installiert worden. Mit einem eigens angefertigten Hebegeschirr wurde nun der Wiesel mit dem Ausleger des Büffel auf den MAN geladen und an anderer Stelle wieder abgeladen. Oder der Büffel fuhr mit dem Wiesel am Haken durch das Gelände und setzte ihn dann irgendwo ab. Diese Aktion kam bei den Zuschauern besonders gut an. Jedenfalls gab es Szenenapplaus!

Als letztes startete unser Moderator, der in bewährter Weise durch das "Programm" geführt hatte, seinen  Schützenpanzer Bradley im M 1:7. Das Ding macht ja einen Höllenlärm mit seinem Motorsound, sehr beeindruckend und die Ballerei ist auch nicht zu überhören. Die Gelände-gängigkeit ist unübertroffen.

Bleibt noch festzustellen, daß der Sand doch einigen Tribut forderte. Abgesehen davon, daß er in Ketten und Laufrollen regelrecht schmirgelt, sorgte er mit seinem Widerstand dafür, daß einige (Kunststoff-) Ketten mehrfach rissen und sich die Lenkung der Radfahrzeuge verstellte. Da war ständige Feldinstandsetzung nötig. Ist aber alles ruckzuck wieder erledigt worden.Neben den mobilen Modellen hatten wir natürlich auch wieder einige Baustellen vorzuzeigen: Da war die Dauerbaustelle Bergeleo 3 Büffel im M 1:7 zu sehen, daneben der Bergepanzer 2 im M 1:8 (ein zweites Modell dieser Art), der sich nach einigen Fahrversuchen dann doch lieber aufs Trockene flüchtete. Weiterhin waren  als Neuheiten der Hotchkiss, der Kanonenjagdpanzer und der Marder  im M 1:8 zu sehen.


Als weiteres Standmodell wurde der Leopard 2A4 im fertigen Zustand gezeigt. Dieses Modell ist komplett ausgerüstet und fahrbereit, muß aber immer auf dem Tisch bleiben.Unsere Kinderpanzer kamen diesmal leider nicht besonders oft zum Einsatz. Wir haben nur wenige Kinder beglückt und Führerscheine ausgegeben. Das lag aber eher an uns, weil wir so ausgelastet waren, daß kaum Zeit für andere Dinge blieb. Eigentlich schade, das muß besser werden, denn das Interesse der Kinder ist durchaus vorhanden.
Bleibt festzustellen, daß die Veranstaltung wieder mal allen Beteiligten Spaß gemacht hat, was nicht nur an der durchgehend guten Laune lag, sondern auch an der Tatsache, daß wir endlich mal Herr der Piste (und der Zeit) waren und uns ohne Zwang bewegen konnten. Ach ja, einer wurde dann doch "an die Leine" gelegt: Der Hubschrauber Bell UH1D im M 1:8. Das Modell ist zwar flugfähig, was uns der Besitzer außerhalb der Besucherzeit kurz demonstrierte. Aber der Betrieb ohne Sicherheitsmaßnahmen ist viel zu gefährlich. Ist ja doch ein ganz schöner Wummi. Also verblieb er dekorativ im Gelände am Boden.

Klaus Wehler

 
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