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14. Modellbauausstellung im Deutschen Panzermuseum in Munster Pfingsten 2009
So viele Menschen können sich nicht irren: Zu
der traditionellen Modellbauausstellung am Pfingstsamstag und
Pfingstsonntag im Deutschen Panzermuseum in Munster kamen insgesamt
3700 Besucher!

Und Recht hatten sie!
In zwei Hallen
des Museums wurde ihnen unendlich viel geboten. In jeder Nische und
Lücke zwischen den Exponaten hatten Modellbauer und einige Händler ihre
Stände aufgebaut. Es wurden von Meisterhand erstellte Modelle und
Dioramen in verschiedenen Maßstäben auf Tischen ausgestellt. 

Dabei
wurden nicht nur Modelle, die aus dem Kasten gebaut und dann verfeinert
worden waren gezeigt, sondern auch komplette Eigenbauten. Die Händler
boten eine Vielzahl von Modellen und Zubehör an. 
Man kann
feststellen, dass die Ausstellungen im Panzermuseum mit jedem Jahr
besser, reichhaltiger und attraktiver werden. Dazu kommt, dass durch
den Neubau einer weiteren Halle, die im letzten Jahr eingeweiht und von
den Ausstellern genutzt wird, eine noch größere Anzahl von Ausstellern
anwesend war. Insgesamt 280 Aussteller. (Wenn der Zuwachs so anhält,
muss die Stadt Munster noch eine Halle bauen!) 
Da wird wohl für jeden Besucher etwas dabei gewesen sein, ob er nun nur schauen oder auch etwas kaufen wollte.
Außerhalb
der Halle war auch viel Bewegung: Das Modellgelände der
Reservistenarbeitsgemeinschaft Militärmodellbau wurde eigentlich den
ganzen Tag über von Modellen aller Art und Baugröße befahren. ..
..
Da gab
es allerdings feste Zeiten, zu denen die RAG Militärmodellbau und
anschließend das „PanzerTeam Itzehoe“ Modelle mit Moderation
vorführten. (Die Moderation wäre allerdings nicht möglich gewesen, hätte Bana nicht jeden Tag die Lautsprecheranlage auf- und abgebaut!) In
der dazwischen liegenden freien Zeit konnte jeder Modellbesitzer aus
der Ausstellung sein Modell nach Herzenslust auf dem Gelände bewegen. Die Reservistenarbeitsgemeinschaft Militärmodellbau Celle/Munster hatte in der Halle auf ca.
45 Metern Tische ihre Modelle vom Maßstab 1:35 bis 1:10
aufgereiht. Besonders interessant dabei das neueste im Bau befindliche
Modell, eine südafrikanische Haubitze auf Radfahrgestell. Schon im M
1:10 sieht das Teil gewaltig aus. Wenn das mal fertig ist und
über das Gelände walzt….. 
Allerdings wurden die Modelle nicht nur
ausgestellt, es wurde vor den Augen der Besucher auch an den Modellen
gebaut. So wurde manchem Besucher Einblick in das Innere eines Modells
gewährt. Und natürlich wurde reger Gedankenaustausch betrieben. 
In
der sog. Tigerecke wurden dicht gedrängt die an den Vorführungen
beteiligten größeren Modelle im M 1:8 abgestellt. Und da wir die ganz
großen Modelle im M 1:5 und M 1:4 dort einfach nicht mehr
unterbringen konnten, wurden sie am Rande des Geländes abgestellt. 
In
eine separate Ecke der Halle gerückt, stand unser Wolfgang mit seiner
Bahnanlage. Aber was für eine filigrane Bastelarbeit. Da hatte er
Eisenbahnwaggons auf den Maßstab 1:35 getrimmt und z.B. einen Zug
mit V 2 Raketen und den dazu gehörigen Geräten und Kommandofahrzeugen
gebaut. Meist aus Messing zusammengelötet. Weiter gab es Panzerzüge,
Draisinen und vieles, was damals im WK 2 auf Schienen gefahren ist. Hier war ständiger Andrang von Besuchern. Erkenntnisse und Erfahrungen wurden rege ausgetauscht. 
Die
RAG Militärmodellbau begann die Vorführungen ihrer Modelle mit den
Maßstäben 1:16 und danach 1:10. Diese Vorführungen wurden so
gegliedert, dass jedes der Modelle einzeln angesprochen und mit kurzen
Worten beschrieben wurde. Im Maßstab 1:16 fuhr dann auch ein großes
Rudel verschiedenster Panzermodelle. Das ging von den bekannten Tiger
I, Tiger II, Jagdtiger und Panther über Pz III, Pz IV bis hin zu
T 34, Pershing, Sherman, einige Leopard 2A6 und Eigenbauten/Umbauten
wie z.B. dem Panther II mit Schmalturm. 
Im Maßstab 1:10 fuhren
der Raketenjagdpanzer Jaguar, der Flakpanzer Gepard, ein im Bau
befindlicher Marder 1A3 und ein Kampfpanzer Leopard 2, der wahlweise
mit Verbrennermotor oder mit Elektromotor bewegt werden konnte. Leider
konnte man nicht in das gekapselte Getriebe sehen, weil es komplett in
Öl läuft. Ein wirklich innovatives Teil! ..
Die Modelle im Maßstab 1:8 wurden wie in jedem Jahr im Rahmen einer kleinen Handlung vorgeführt: Aufgabe
der Truppe war es, im Rahmen einer Übung, gegen Widerstand ein Gewässer
zu überqueren und am jenseitigen Ufer einen Brückenkopf zu bilden. Hierzu wurde eine Vielzahl von Modellen eingesetzt. Darunter auch Modelle von befreundeten Mächten. Abgesetzt
vom Gewusel der Vorführung wurden zwei T 72 bewegt. Beide komplette
Eigenbauten. Die Modelle bestachen unter anderem durch ihre guten
Fahreigenschaften.

Zunächst versammelten sich alle eingesetzten Fahrzeuge im Bereitstellungsraum. Während dieser Zeit wurde schon von drei Fahrzeugen Aufklärung betrieben: Der
französische Aufklärungspanzer AMX 10 RC hatte hinter einem Busch am
linken Ausläufer des Gewässers Stellung bezogen und beobachtete das
gegenüber liegende Gelände. 
Dieses Fahrzeug und entsprechend
natürlich auch das Modell, hat einige Besonderheiten: Es ist bewaffnet
mit einer 105 mm Kanone; ungewöhnlich für ein dreiachsiges Fahrzeug.
Dennoch ist es (auch das Modell) schwimmfähig. Das Außergewöhnliche
aber ist die Lenkung, die es eigentlich gar nicht gibt: Das Fahrzeug
wird nicht wie ein Radfahrzeug gelenkt, sondern wie ein Kettenfahrzeug,
also durch Abbremsen der Räder einer Seite! Seitlich und etwas nach rückwärts abgesetzt, klärte der Aufklärungspanzer ABRA auf. Der
ABRA ist das neueste Modell im Verein. Es handelt sich um den Träger
eines Radars an einem ausfahrbaren Masten. Kann das Modell natürlich
auch! Basisfahrzeug ist der M 113. 
Den rechten Teil des gegnerischen
Geländes klärte der leichte Spähpanzer Fennek auf. Dieses Modell
besitzt – wie das Original – einen ausfahrbaren und schwenkbaren
Sensorkopf, in den eine kleine Videokamera eingebaut ist.
Vom
Bereitstellungsraum aus wurde nun eine kleine mobile Aufklärungsgruppe
entsandt, die bis an das Ufer aufklären sollte. Es handelte sich um
einen Spähpanzer Luchs, einen MTW M 113 und den amerikanischen Schützenpanzer Bradley. Die Aufklärungsfahrzeuge wurden begleitet und geschützt durch einen Kampfpanzer Leopard
1, einen Kampfpanzer Leopard 2A4 und einen Kampfpanzer Leopard 2A6
sowie einen Kanonenjagdpanzer. Diese Fahrzeuge beobachteten mit den
Optiken ihrer Türme das gegenüberliegende Gelände, indem sie ihre Türme
hin und her schwenkten. Ihre Aufgabe bestand unter anderem darin,
feindliche Kampfpanzer nieder zu halten und zu vernichten.
Die
Aufklärungsfahrzeuge näherten sich nun dem Ufer und erhielten
Feuer aus Kleinwaffen, was sie zum Rückzug in gedeckte Stellungen
veranlasste. Zur Deckung des Rückzuges wurden Nebelgranaten
gezündet. 
Nun wurde Unterstützung durch Artillerie angefordert, die den Gegner flächendeckend vernichten sollte. Dazu wurden ein Raketenwerfer LARS und ein Raketenwerfer MARS eingesetzt. Die Einschläge der Raketen wurden durch Zünden von Silvesterknallern dargestellt.

Seit Beginn der gesamten Aktion wurde der Luftraum durch einen Flakpanzer Gepard überwacht. Nach
dem Feuerschlag durch die Raketenwerfer näherten sich die
Aufklärungsfahrzeuge wieder dem Ufer, während der Aufklärungspanzer AMX
10 RC schwimmend das andere Ufer ereichte und dort aufklärte. 
Nachdem
die Meldung, das Gelände sei feindfrei, ergangen war, wurde eine
Biberbrücke ausgelegt (Immer noch in Ermangelung eines Trägerfahrzeuges
von Hand) und die eingesetzten Fahrzeuge überwanden das Gewässer, um
den Brückenkopf zu bilden. 
Nach kurzem Aufenthalt wurde der
Rückmarsch in Kolonne über die Brücke angetreten, und die Modelle
fuhren nahe den Zuschauern vorbei. In der Nähe des
Bereitstellungsraumes war ein Lkw MAN liegen geblieben, der nun von
einem Bergpanzer 3 „Büffel“ mit seinen Ausleger auf den Haken genommen
wurde. 
Wahrlich eine Vorführung mit einer Vielzahl und Vielfalt von Modellen.
Nun war die Zeit für die wirklich dicken „Brummer“ gekommen. Da hatten wir im M 1:5 ein StuG III , einen Pz IV, einen Tiger II (Königstiger) und im M 1:4 einen Tiger I. ..
Diese
Modelle fuhren ohne besonderes Konzept über das Gelände und zeigten
dabei ihre Möglichkeiten. Bei schneller Fahrt zogen sie eine
beeindruckende Staubfahne hinter sich her. Und natürlich passierte,
was passieren muss: Ein Modell – der Tiger II – bleib mit Schaden
mitten im Gelände liegen. Ging natürlich nicht! Der Platz wurde ja
gleich vom PTI gebraucht. Also was tun? Einige starke Männer ran zum Schieben und Ziehen? Nein, dann kam nämlich Bodo mit seinem Pz IV! Ein
Seil her, die Panzer verbunden und schon zog der Pz IV an. Aber leider
kratzten die Ketten nur im Sand ohne die beiden Fahrzeuge zu bewegen.
Ist ja doch ein ganz schönes Trumm, so ein Königstiger. Aber Bodo gab
doch nicht auf! Er setzte sich einfach auf sein Modell und schon
griffen die Ketten, so dass der Königstiger zur Seite gezogen werden
konnte. Eine Riesenaktion, die die Zuschauer auch mit Applaus
honorierten. ..
Aber Bodo hatte sein Modell ja schon vorher in
ähnlicher Weise strapaziert. Unser „Kinderpanzer“, mit dem die Kinder
ja immer ihren „Panzerführerschein machen können, hatte kurz
zuvor am Familientag im Museum seinen Geist aufgegeben. Da
kamen wir auf die Idee, Bodo könnte mit seinem Pz IV einen Bollerwagen
mit einem Kind darin durch das Museumsgelände ziehen. Hat er auch
gemacht. Hat vielen Kindern Spaß gemacht. Und dann gab es noch eine
Variante: Bodo hängte einen langen Gurt an seinen Panzer, und einige
starke Männer versuchten, den Panzer zu bremsen. Haha, war wohl nichts!
Eine Menge Kinder versuchte sich auch als Bremse. Mit noch weniger
Erfolg, aber mit Riesenspaß. Bleibt nur noch zu erwähnen, dass
wir wieder durch den Verkauf unserer CD/DVD einiges Geld eingenommen
haben, das zum Teil an die Deutsche Kinderkrebshilfe weiter gegeben
wird. Und wir haben wieder die gelbe Schleife am Overall getragen,
die unsere Solidarität mit den im Ausland eingesetzten Soldatinnen und
Soldaten (und Reservisten) ausdrückt. Der Erlös vom Kauf dieser
Schleifen geht übrigens an die in Privatinitiative von deutschen
Soldaten gegründete „Lachen helfen e.V.“ zur Hilfe von Kindern in
Kriegs- und Krisengebieten.
Und hier mal zwischendurch ein
Dankeschön an verschiedene selbstlose Helfer aus unseren Reihen (Hilfe
ist gar nicht so selbstverständlich): Die zwei Abende während der
Modellbauausstellung haben wir in trauter Runde beim gemeinsamen
Grillen verbracht. Mit fast fünfzig Leuten eine große fröhliche Runde. 
Beim
Grillen hatte Günter die Hauptlast zu tragen. Stand ständig im Rauch
und nahe am Feuer. Aber er wurde auch von Martin, Andreas und Thomas
unterstützt. Danke Jungs. Habt Ihr prima hingekriegt! Überhaupt Andreas, der war überall anzutreffen, wo Hilfe benötigt wurde. Hat auch ungefragt zugepackt. Prima! Und
ohne Andreas hätten wir weder etwas zum Grillen oder zum Trinken
gehabt, noch hätte es ein Frühstück gegeben. Hat er alles mit der
Unterstützung von Jessica, die tapfer ihre Rückenschmerzen unterdrückt
hat, eingekauft. Zu den beiden Frühstücken hat uns übrigens Bodo mit seiner Rekordkaffeemaschine insgesamt 13 Liter Kaffee gekocht!
Das
Ende der Ausstellung wurde durch eine abschließende Ansprache des
Museumsleiters und der beiden Organisatoren Siggi und Torsten
signalisiert. 
Danach machte sich, wie immer zu Ende einer solchen Veranstaltung, leichte Hektik breit: Auto ins Gelände, Einpacken, Einladen. Danach mussten wir alle unsere Tische wieder abbauen, verstauen und den Platz staubsaugen. Auch hier waren einige von uns – wie beim Aufbau – zur Hand. Aber
irgendwann hat auch das ein Ende und der Abschied rückt näher.
Natürlich wird jeder im nächsten Jahr zur 15. Ausstellung wieder dabei
sein.
Lustig: Einige von unseren Leuten, die alle irgendwo
im Süden beheimatet sind, trafen sich zufällig in einer Raststätte
wieder, was natürlich zu einer Abschlussfeier führte. 
Selbstverständlich
muss ich nicht versichern, dass die Reservistenarbeitsgemeinschaft
Militärmodellbau im Jahr 2010 auch wieder dabei ist.
Und hier gibt es noch ein Fotoalbum:
. Bis dann also, Klaus Wehler
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