Traditionelle
Modellbauausstellung im Deutschen Panzermuseum Munster 2006
Man kann
jetzt wirklich schon von einer Tradition sprechen, wenn im Deutschen
Panzermuseum in Munster zu Pfingsten die Modellbauausstellung durchgeführt
wird.
Die Besonderheit an der diesjährigen
Veranstaltung war, daß sie zum 10. Mal durchgeführt wurde. Und das Interesse
der Aussteller und Zuschauer ist ungebrochen.
Um die Bilanz vorweg zu nehmen:
Die Ausstellung war wieder ein riesiger Erfolg. Das zeigen auch die
Besucherzahlen, die das letztjährige Ergebnis noch übertreffen. Weit über 3000
Besucher haben an beiden Tagen
(insgesamt) das Museum und die Ausstellung besucht.
Wenn das kein Erfolg ist.
Deshalb muß auch den beiden
Organisatoren Siegfried und Torsten Dank ausgesprochen werden. Die arbeiten das
ganze Jahr über in Privatinitiative, um alles zu regeln!!
Kein leichter Job.
Etwa 210 Aussteller mit 52 Ständen
haben die Halle und teilweise auch das
Freigelände belebt. Buchstäblich jede Nische zwischen und vor den Exponaten war
belegt. Dazu muß erwähnt werden, daß manche Aussteller von weit her angereist
kamen: Spanien, Niederlande, Frankreich
und Schweiz.
Selbstverständlich war auch die
Reservistenarbeitsgemeinschaft Militärmodellbau wieder dabei. Wie sich das im
Jubiläumsjahr gehört, mit der größten Mannschaft bisher. Sogar eines unserer
Mitglieder aus Österreich war angereist.
Bei der Vielzahl der
RAG-Mitglieder – 36 Leute und ein paar Gäste – haben wir natürlich viel Platz
benötigt, um alle unsere Modelle auch zeigen zu können. Dabei wurden lediglich
die „Kleinen“ ab M 1:10 auf Tischen platziert.

Die „Großen“ ab 1:8 wurden in
eigens abgesperrrten Ecken auf dem
Fußboden stehend präsentiert. Nicht zuletzt, weil die meisten dieser Fahrzeuge
ja mindestens drei Mal am Tag zur Vorführung auf unser Modellgelände fahren
mußten.

Leider mußten wir die Vorführungen diesmal ohne Lautsprecheranlage
durchführen. Unser Megaphon brachte auch nicht die erwartete Leistung, so daß
die Zuschauer sich selbst einen Reim darauf machen mußten, warum wir so oder so
durch das Gelände gekurvt sind. Aber dem Vernehmen nach hat es trotzdem
gefallen.
Wir haben wieder zuerst die
kleinen Maßstäbe auf die Piste geschickt.
Gelegentlich fuhr ein Modell im M 1:35, aber meist die Modelle im M
1:16. Da kamen meist die schon bekannten Tiger I und Tiger II, Sherman, Pershing und Leopard 2A6 zum Einsatz.

Aber
auch Umbauten auf der Basis des T 34 und Eigenbauten wie TPZ Fuchs und als
absolute Neuheit der SpPz Luchs. Beide schwimmfähig !
Im M 1:10 hatten wir Leo 1A3, Leo
2A4 und Leo 2A6 sowie die Baustelle des Biber,
den BergePz 2 Standart und den Kanonenjagdpanzer vorzuweisen. Nicht zu
vergessen den Panzertransporter Faun, mit dem auch die eine oder andere
Verladeübung mit Panzern vorgeführt wurde.
Nachdem die 1:10er das Feld
geräumt hatten, begann die Vorführung der 1:8er.
Hier wurde -
wie auch schon in den Vorjahren – die bekannte Übung vorgeführt, nämlich das
Erobern eines kleinen Landes jenseits der Wassergrenze. Diese Vorführung hat ja
den Anschein einer militärischen Handlung, was überhaupt nicht unseren
Absichten entspricht. Wir wollen im Rahmen einer schlüssigen Handlung lediglich
die Fähigkeiten und Möglichkeiten der Modelle vorführen. Neben den schon
bekannten Modellen wie Leopard 2 (diesmal ein Leo 2A4 und ein Leo 2A6) wurden
Wiesel, Luchs, Fuchs, Marder, M 113 und LARS
eingesetzt. Als Neuheit bei
dieser Veranstaltung kamen noch der MARS und der Fennek dazu.
Zuletzt beackerten die Schwergewichte das Feld: Der
Tiger I im M 1:5 im neuen Farbmuster.
Unterstützt
wurde der Tiger von anderen Großmodellen im M 1:6 wie dem Jagdtiger, dem
Jagdpanther und verschiedenen T 34.
Nachdem
wir unsere Vorführung beendet hatten, konnten andere Aussteller mit RC-Modellen
das Gelände nach Belieben benutzen, was auch ausgenutzt wurde.
Da
kam die Big-Tanks-Abteilung mit einer Vielzahl von Modellen so richtig ins
Spiel. Das größte je gesehene Modell war der Tiger I im M 1:4. Gigantisch. Wo
soll das noch hinführen.
Ein
Modell des Tiger II im M 1:16 kam mit einem Verbrennungsmotor daher.
Gewöhnungsbedürftig, der Sound.
Wie
auch im letzten Jahr sprengte wieder mal einer seinen Panzerturm in die Luft.
Finde ich interessant, aber nach wie vor etwas makaber.
Ein
größerer T 34 versuchte sich als U-Boot, indem er zweimal durch den tiefen Teil
unseres Teiches fuhr. Hat sich dann auch etwas verschluckt. War aber sehr
imposant zu anzusehen.
Über
den flachen Teil des Gewässers wurden zwei der drei Brückenteile der neuen
Panzerschnellbrücke 2 verlegt. Ein technisch hochkompliziertes aber funktionierendes Modell im M 1:10. Steckt eine Menge Arbeit
drin !!
Also,
wie festzustellen war, das Gelände wurde gern und reichlich genutzt.
In
der Halle gab es auch reichlich zu sehen. Modelle über Modelle aus dem Kasten,
als Umbau oder als Eigenbau in den Maßstäben 1:87 bis 1:16, alle super gebaut,
dazu Dioramen. Wirklich alles vom Feinsten. Die Holländer z.B. zeigten im M
1:16 Umbauten und Eigenbauten aus Polysterol und Resin, da konnte man nur
staunen. Die selbst gegossenen Teile aus Resin waren sagenhaft detailliert und
maßstabsgetreu.

Auf
der Seite der Reservistenarbeitsgemeinschaft Militärmodellbau wurde auch
einiges geboten: Von Modellen und Diorama im M 1:76 über 1:35, 1:25 und 1:16
war alles vertreten. Manche der Modelle ab M 1:35 auch fahrbereit.

Unser Uwe konnte mal wieder
eines seiner prämierten Modelle im M 1:35 ausstellen. Glückwunsch, Uwe!
Im
M 1:25 wurden einige Modelle gezeigt, die noch zu DDR-Zeiten entstanden waren.
Hergestellt aus Weißblechdosen mit selbst gegossenen Ketten und alles kabelferngelenkt.
Eine
Leistung, an die hier erst mal jemand heran kommen muß!!
Einer
von unseren Jungs hatte sich dem Umbau von KPz Stuart im M 1:6 verschrieben. Da
war jede erdenkliche Variation zu sehen. Daneben gab es noch einen
französischen Panzertransporter und den Vorderwagen des GOAT.
Ein
Gast hatte den Eigenbau eines BMP 76 im M 1:7 mitgebracht, auf dem er vor 30
Jahren in der sowj. Armee gedient hatte.
Im
Foyer waren zwei Modelle ausgestellt, die damals ihrer Zeit weit voraus waren.
Zu
Beginn der Bundeswehr hatte sich ein Ingenieur Gedanken gemacht, wie man einen
Panzer den Geländegegebenheiten anpassen kann. Er hat ein System entwickelt,
das Fahrwerk, und hier jede Seite unabhängig von der anderen, absenken zu
können. Das gleiche Fahrzeug hat er dann mit austauschbaren Modulen versehen,
so daß er mal als Schützenpanzer, Munitionstransporter oder mit auswechselbaren
Geschützen als Panzerjäger zu benutzen war.
Alles
Komponenten, die später beim Panzerbau in Betracht gezogen wurden und sogar
teilweise umgesetzt wurden.
Aber
als er dieses System damals dem Verteidigungsminister (Strauß) vorführte, hat
er nur Häme und einen Lacherfolg
geerntet. Man darf eben nicht zu
innovativ sein!
Um
noch mal auf die oben schon gezogene Bilanz zurückzukommen, die Modellbauausstellung
war wieder ein voller Erfolg und wer nicht seinen Spaß gehabt hat, dem ist
nicht zu helfen.

Bis
zum nächsten Jahr,
Klaus
Wehler